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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Vogelspinne

Alltag
Riesenvogelspinne (Theraphosa Blondi) mit ihrer Beute (Bild: SWR)Die Vogelspinne wird in der Dämmerung und bei Nacht aktiv.

Anders als viele unserer einheimischen Spinnen baut sie keine Netze, sondern lauert ihrer Beute in einem Versteck auf. Sobald ein Beutetier vorbeikommt, packt sie es und tötet es mit einem Gift-Biss.
Alle Vogelspinnen sind giftig. Allerdings sind sie für den Menschen nicht gefährlich.
Eine Vogelspinne (Grammostola Rosea) läuft über eine Reihe von Händen (Bild: SWR)Zwar kann ein Biss unangenehm und schmerzhaft sein, doch für einen gesunden erwachsenen Menschen ist der Biss einer Vogelspinne nicht tödlich.
Wer allerdings allergisch auf Insektengifte wie zum Beispiel Bienengift reagiert, für den kann der Biss einer Vogelspinne lebensgefährlich sein.
Viel unangenehmer als der Biss ist ein anderes Verhalten der südamerikanischen Vogelspinnen:
Eine Vogelspinne klettert von einer Hand auf einen Stamm (Bild: SWR)Sie "beschießen" Feinde mit ihren Haaren.
Dabei drehen sie dem Angreifer ihr Hinterteil zu und bürsten mit den Hinterbeinen so genannte Brennhaare vom Hinterleib dem Feind entgegen.

Diese Haare brennen ganz fürchterlich auf der Haut, aber auch auf den Schleimhäuten, in den Augen sowie in Mund und Nase. Auf dem Hinterleib der Spinne bleibt eine kahle Stelle zurück. Erst nach der nächsten Häutung wachsen dort wieder neue Haare.
Freunde und Feinde
In der Natur werden Vogelspinnen von Vögeln und größeren Reptilien gejagt. Außerdem ist der Mensch für sie eine Bedrohung, weil er ihren natürlichen Lebensraum immer mehr zerstört.
Jagd
Mundwerkzeug einer Vogelspinne  (Bild: SWR)Vogelspinnen lauern ihrer Beute in Verstecken auf.
Mit ihren zangenartigen Mundwerkzeugen packen sie sie, töten sie mit einem Giftbiss und spritzen ein Verdauungssekret in die Beute.
Anschließend wird die verdaute, flüssige Beute aufgesaugt.
Nachwuchs
Vogelspinnen-Männchen leben gefährlich: Verwechselt sie das größere Weibchen mit einem Beutetier, dann ist es um sie geschehen.

Deshalb ist es wichtig, dass sie dem Weibchen zeigen: Achtung, ich bin ein Vogelspinnen-Männchen und möchte mich mit dir paaren!

Dazu trommelt das Männchen vor der Höhle des Weibchens mit den Beinen auf dem Boden und zuckt mit dem Körper. Das Weibchen spürt diese Erschütterungen und kommt aus seinem Versteck. Beginnt es ebenfalls mit den Beinen auf dem Boden zu trommeln, ist das ein gutes Zeichen: Es ist bereit zur Paarung.

Das Männchen nähert sich vorsichtig dem Weibchen und tastet es mit den Vorderbeinen ab. Das soll das Weibchen dazu bringen, sich vorn aufzurichten, damit das Männchen an die Unterseite des Hinterkörpers des Weibchens gelangt. Das Männchen umklammert schließlich das Weibchen und besamt es.

Einige Zeit nach der Paarung baut das Weibchen einen Kokon und spinnt sich in seiner Höhle ein. In dieser Zeit frisst es nicht. Schließlich legt das Weibchen Eier ab, aus denen nach einer Zeit die jungen Vogelspinnen schlüpfen.
Autorin: Barbara Kiesewetter