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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Warane

Alltag
Ein Regenwald-Nilwaran liegt in seinem Terrarium (Bild: dpa Picture-Alliance)Warane leben meist in sogenannten Aktionsräumen - das ist das Gebiet, in dem sie sich überwiegend aufhalten und nach Nahrung suchen. Diese Gebiete werden aber nicht wie ein Revier gegenüber Artgenossen verteidigt. Die Tiere sind Einzelgänger. Wenn sie sich begegnen, gehen sie sich meist aus dem Weg.
Zu Auseinandersetzungen kommt es nur, wenn es um Beute geht. Bei solchen Kämpfen züngeln sie stark, nicken mit dem Kopf und blasen die Kehle auf. Zum Teil richten sie sich auch etwas auf den Hinterbeinen auf, legen die Vorderbeine um den Gegner und versuchen, ihn niederzudrücken.
Warane sind tagaktiv und sehen recht gut. Vor allem Bewegungen können sie gut wahrnehmen. So erkennen sie zum Beispiel einen Menschen noch aus 200 Meter Entfernung. Wenn es Nacht wird, ziehen sie sich in Baumhöhlen, unterirdische Baue, Felshöhlen oder andere Verstecke zurück. Morgens nehmen sie meist als erstes ein Sonnenbad, um ihren Körper wieder aufzuwärmen. Ist es am Mittag sehr heiß, ziehen sie sich wieder in ihre Verstecke zurück.
Nahaufnahme eines Warans (Bild: SWR)Warane haben einen ausgezeichneten Geruchssinn. Die strecken ihre gespaltene Zunge aus dem Maul, bewegen sie hin und her und ziehen sie wieder ins Maul zurück. Dabei werden mithilfe der Zungenspitze Geruchpartikel aus der Luft an das im Maul am Gaumendach liegende Jacobson-Organ, das Geruchsorgan der Warane, gebracht. Mit diesem "Züngeln" können sie auch noch schwache Gerüche und sogar vergrabene Beute wahrnehmen.
Die Tiere haben ein sehr leistungsfähiges Herz, eine große Lunge und sie atmen sehr effektiv. Ihr Körper kann deshalb sehr viel mehr Sauerstoff aufnehmen als der anderer Schuppenkriechtiere. Das macht Warane besonders kräftig und ausdauernd.
Sie können zum Teil recht schnell laufen. Der Komodowaran erreicht bei kurzen Sprints ein Tempo von bis zu 18,5 Kilometern pro Stunde. Weil es in der Heimat der meisten Warane Trockenzeiten gibt, in denen die Tiere kaum Nahrung finden, legen sie rechtzeitig am Schwanzansatz Fettkörper an. Von diesem Fett zehren sie in der Trockenzeit.
Fuß eines Warans mit Krallen (Bild: SWR)Nach neueren Forschungen besitzen Warane im Unterkiefer Giftdrüsen, sodass ihr Speichel giftig ist. Wie das Gift wirkt, ist noch nicht genau bekannt. Man weiß aber, dass es die Blutgerinnung hemmt.
Warane gelten als intelligent. In Gefangenschaft können sie sehr zahm werden und ihren Pfleger von anderen Personen unterscheiden.
Freunde und Feinde
Vor allem junge Warane können Schlangen, Greifvögeln, Raubtieren oder auch anderen Waranen zum Opfer fallen. Im Wasser lebende Arten werden auch von Raubfischen gejagt. Ausgewachsene Tiere haben nur wenig Feinde. Wenn sie angegriffen werden, verteidigen sie sich mit Schwanzschlägen und Bissen.
Jagd
Einige Waranarten in Afrika und Südostasien werden gejagt, weil man ihr Fleisch nutzt und ihre Haut zu Leder verarbeitet.
Nachwuchs
Langer Oberkörper eines Warans (Bild: SWR)Während der Paarungszeit lockt das Weibchen das Männchen mit Duftstoffen an. Einige Zeit nach der Paarung legen die Weibchen zwei bis 24 Eier in selbst gegrabene Bodenhöhlen oder in Baumhöhlen. Manche Arten legen die Eier auch in den Bauten von Termiten ab.
Die Eiablage erfolgt so, dass die Jungen zur Regenzeit schlüpfen. Die Jungen müssen nach dem Schlüpfen alleine zurecht kommen, denn Warane betreiben keine Brutpflege.
Autorin: Barbara Kiesewetter