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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Wasseramsel

Alltag
Wasseramseln im Fluss (Bild: SWR)
Es ist faszinierend, Wasseramseln zu beobachten. Sie fliegen dicht über der Wasseroberfläche, setzen sich auf einen Stein und machen dabei immer die selben Bewegungen: Sie stellen den Schwanz hoch auf, knicksen mit den Beinen und wippen mit dem Körper auf und ab. Dann stürzen sie sich zur Futtersuche kopfüber ins Wasser.

Wasseramseln sind perfekte Unterwasserjäger. Sie besitzen zwar keine Schwimmflossen an den Füßen, rudern dafür aber mit ihren kurzen Flügeln und können auf diese Weise ziemlich geschickt unter Wasser schwimmen.
Damit sie nicht von der Strömung abgetrieben werden, wenden sie einen Trick an: Sie stellen sich schräg zur Strömung, so dass diese ihren Körper leicht unter Wasser drückt. Dann können sie mit ihren kräftigen Beinen sogar unter Wasser auf dem Grund laufen.
Die längsten Tauchgänge dauern 30 Sekunden, doch meist kommen sie nach wenigen Sekunden mit ihrer Beute wieder an die Oberfläche. Im Winter tauchen sie sogar durch Löcher in der Eisdecke.
Wasseramsel-Paar (Bild: SWR)
Wasseramseln sind gut an das Leben im Wasser angepasst: Damit ihre dichten Federn nicht nass werden, fetten sie - ähnlich wie Enten - das Gefieder mit einer öligen Flüssigkeit ein, die aus der Bürzeldrüse stammt.

Außerdem können sie Nasenlöcher und Ohren beim Tauchen verschließen.

Ihre Augen sind nicht gewölbt, sondern flach wie eine Taucherbrille: So können sie sowohl über, als auch unter Wasser gut sehen.

Wasseramseln leben meist allein. Nur zur Brutzeit mögen sie Gesellschaft und leben dann mit ihrem Partner zusammen.
Freunde und Feinde
Vor allem junge Wasseramseln haben Feinde: Katzen, Ratten, Wiesel und sogar Eichelhäher können ihnen gefährlich werden.
Nachwuchs
Schon ab Februar beginnt das Wasseramsel-Männchen mit dem Nestbau. Am Uferrand baut es unter Wurzeln, Baumstämmen oder in Mauerlöchern und unter Brücken ein kugelförmiges Nest. Wenn es eine Partnerin findet, hilft sie ihm beim Bauen mit. Das Nest wird außen mit Moos umhüllt und innen gut mit Blättern ausgepolstert. An der Seite besitzt es einen kleinen Eingang.
Damit möglichst keine Feinde eindringen können, liegt er dicht über dem Wasser in einer kleinen Höhle oder in einem dunklen, versteckten Winkel. Manchmal suchen Wasseramseln für ihr Nest einen ganz besonders sicheren Platz: Sie bauen es in die Wand hinter einem Wasserfall. Dann gelangen sie zwar nur im Sturzflug durch das tosende Wasser zu ihrem Nest - aber die Jungen sind sicher.

Zwischen März und Juni brütet das Weibchen vier bis sechs Eier aus. Nach 16 Tagen schlüpfen die Jungen, und nach 19 bis 25 Tagen sind sie flügge. Kleine Wasseramseln lernen schnell: Sobald sie fliegen, können sie auch tauchen und schwimmen. In warmen Gegenden ziehen Wasseramseln sogar zwei Bruten in einem Jahr groß.
Sprache
Wasseramseln trillern und pfeifen abwechselnd und geben auch kratzende Töne von sich. Wenn sie über das Wasser fliegen, rufen sie laut "ztiittz" oder "zit".
Autorin: Barbara Kiesewetter