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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Wechselkröte

Alltag
Wechselkröte im Versteck (Bild: SWR)
Wechselkröten sind nachtaktive Tiere, die bei Dunkelheit aus ihren Verstecken kommen, um nach Nahrung zu suchen. Nur im Frühjahr und bei Regen sind sie auch am Tag munter.

In der kalten Jahreszeit halten sie eine Winterruhe, die meist etwas länger dauert als bei anderen Lurchen.
Oft teilen sich Wechselkröten ihren Lebensraum mit Kreuzkröten. Diese sind olivbräunlich gefärbt und tragen einen feinen hellgelben Streifen auf dem Rücken.
Dann kommt es vor, dass sich Wechselkröten mit Kreuzkröten paaren, und weil sie so nahe miteinander verwandt sind, entstehen dabei lebensfähige Mischlinge aus beiden Arten.

Wechselkröten zeigen ein merkwürdiges Verhalten: Sie bleiben oft über viele Jahre hinweg an einem Platz, wandern dann aber plötzlich in einer Nacht bis zu einem Kilometer weit, um sich ein neues Zuhause zu suchen.
Heute sind diese Wanderungen bei uns für die Kröten gefährlich, da sie oft Straßen überqueren müssen und außerdem kaum noch geeignete Lebensräume finden.

Freunde und Feinde
Vögel wie Störche, Milane und der Waldkauz machen Jagd auf Wechselkröten. Die Kaulquappen fallen Libellen und Wasserkäfern zum Opfer, junge Kröten auch Staren und Enten.

Um Feinde abzuwehren, geben die erwachsenen Wechselkröten ein weißes, unangenehm riechendes Sekret aus ihren Hautdrüsen ab. Die Kaulquappen können ihren Feinden nur entkommen, indem sie zum Gewässerboden abtauchen.
Nachwuchs
Wechselkröte im Wasser (Bild: SWR)
Ende April beginnt die Paarungszeit der Wechselkröten, sie endet etwa im Juni oder Juli.

In dieser Zeit leben die Männchen im Gewässer und locken mit ihren trillernden Balzrufen die Weibchen an. Nach der Paarung legt jedes Weibchen etwa 10.000 bis 12.0000 Eier
Diesen so genannten Laich legen sie in langen, geleeartigen, etwa zwei bis vier Meter langen Doppelschnüren ab. Nach zehn bis 16 Tagen schlüpfen die Larven aus den Eiern.

Sie sehen aus wie Kaulquappen, und sind oben grau und unten weißlich gefärbt. Sie schwimmen meist einzeln und nicht im Schwarm umher.
Zwei Wechselkröten (Bild: SWR)
Wie die Kaulquappen der Frösche müssen sie einen Umwandlungsprozess durchmachen, die Metamorphose. Dabei stellen sie ihre Atmung von Kiemenatmung auf Lungenatmung und entwickeln Vorder- und Hinterbeine.
Innerhalb von zwei bis drei Monaten verwandeln sie sich so in junge Kröten und kriechen etwa im Juli an Land.

Junge Wechselkröten sind etwa 1,5 Zentimeter lang. Mit zwei bis vier Jahren - nach der dritten Überwinterung - werden sie geschlechtsreif.
Sprache
Der Ruf der Wechselkröte erinnert täuschend an das Zirpen der Maulwurfsgrille: Es ist ein melodisches Trillern. Meist ist es viermal pro Minute zu hören.
Autorin: Barbara Kiesewetter