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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Weinbergschnecke

Die Weinbergschnecke ist unsere größte Land-Gehäuseschnecke und zählt zu den Pflanzenfressern. Aber wie genau ernährt sie sich?
Eine Weinbergschnecke (Bild: picture alliance / dpa)

Helix pomatia

Weil sie ganz schön groß ist, ist sie kaum zu übersehen: Die Weinbergschnecke ist bei uns eine der bekanntesten Gehäuseschnecken und durch ihr typisches Aussehen unverwechselbar. Leider ist die schöne Schnecke im manchen Gegenden heute nicht mehr so häufig zu finden wie früher.
Aussehen
Eine Weinbergschnecke (Bild: SWR)Die Weinbergschnecke gehört zum Tierstamm der Weichtiere und dort zur Unterordnung der Landlungenschnecken und zur Familie der Schnirkelschnecken.

Sie ist eine typische Gehäuseschnecke: Ihr hellgrauer Körper besteht aus dem sogenannten Kriechfuß, der in den Kopf übergeht sowie dem Eingeweidesack, der vom Mantel – einer schützenden Gewebeschicht – umgeben wird. Die gesamte Körperoberfläche ist von einer schützenden Schleimschicht bedeckt.
Eine Weinbergschnecke im Grass (Bild: SWR)Das Schneckenhaus wird von Zellen im Mantel gebildet. Es besteht aus Kalk, ist gelblich-braun bis dunkelbraun gebändert und hat einen Durchmesser von drei bis fünf Zentimeter. Im Gegensatz zu z.B. Muschelschalen ist das Gehäuse der Weinbergschnecke – wie bei vielen anderen Gehäuseschnecken auch – asymmetrisch und spiralförmig gewunden – und zwar so gut wie immer rechtsherum. Nur in ganz seltenen Fällen – bei etwa einer unter zehntausend Schnecken – findet man eine Weinbergschnecke mit linksherum gewundenem Haus. Solche Tiere nennt man „Schneckenkönig“.
Über das Gehäuse der großen Weinbergschnecke, kriecht diese Hainbänderschnecke (Bild: picture alliance / dpa)Der Körper der Weinbergschnecke kann bis zu zehn Zentimeter lang und bis zu 30 Gramm schwer werden. Damit ist sie die größte Land-Gehäuseschnecke Mitteleuropas.

Auf dem Rücken kann man am Rand des Gehäuses das Atemloch erkennen, durch das die Schnecke Luft aufnimmt. Auf dem Kopf fallen vier Fühler auf, am Ende der beiden oberen Fühler sieht man die Augen als dunkle Punkte.
Heimat
Die Weinbergschnecke ist in ganz Deutschland sowie von der Mitte Frankreichs über Südengland, das südliche Skandinavien bis zur Ukraine und im Süden bis Norditalien, dem Balkan und bis Mazedonien verbreitet.
Lebensraum
Die Weinbergschnecke lebt vor allem in feuchten, schattigen Lebensräumen. Man findet sie auf Wiesen, in Gebüschen und lichten Wäldern, aber auch in Parks, Gärten und Weinbergen. Sie liebt Wärme und mag kalkreiche, nicht zu trockene Böden.

Weinbergschnecken bevorzugen kalkreichen Boden, da sie aus ihm Kalk für die Bildung ihres Gehäuses aufnehmen können. Fehlt ihnen Kalk, wird ihr Gehäuse dünn und brüchig.
Rassen und Arten
Eine nahe verwandte Art ist die Gefleckte Weinbergschnecke. Sie kommt in Westeuropa und im Mittelmeergebiet vor und ist etwas kleiner als unsere Weinbergschnecke.
Lebenserwartung
Wild lebende Weinbergschnecken können bis zu acht Jahre alt werden. Im Terrarium können sie sogar ein Alter von 20 Jahren erreichen, in seltenen Fällen vermutlich sogar bis zu 30 Jahren.
Autorin: Barbara Kiesewetter