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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Weißer Hai

Alltag
OLI schaut sich die Schnauze eines Weißen Hais an (Bild: SWR)
Der Weiße Hai ist ein perfekter Räuber. Denn er hat in der Nase ein besonderes Organ: die so genannten Lorenzinischen Ampullen. Das sind Öffnungen, gefüllt mit einer gallertartigen Masse. Mit diesen kann er die elektromagnetischen Felder seiner Beute aus großer Entfernung spüren.

Die Augen und die Nase sind sehr viel besser entwickelt als bei anderen Haien. So kann er zum Beispiel auch Farben sehen und noch die winzigsten Duftspuren im Wasser wahrnehmen.

Außerdem versorgt ein spezielles Netz von Blutgefäßen die Augen und die Nase, so dass sie schneller reagieren können. Die gute Durchblutung ist auch ein Grund dafür, dass der Weiße Hai eine erhöhte Körpertemperatur hat und nicht wirklich kaltblütig und von der Temperatur der Umgebung abhängig ist.
Ein Weißer Hai macht einen Sprung aus dem Wasser (Bild: SWR)
Die Körpertemperatur des Weißen Hais ist immer zehn bis 15 Grad Celcius höher als die Wassertemperatur.

Das ermöglicht ihm zum einem, schneller zu schwimmen, zum anderen kann er sich auch in kälteren Meeren aufhalten.

Ähnliche Phänomene gibt es nur bei anderen großen Haien und bei großen Thunfischen oder Schwertfischen.

Bis vor einiger Zeit dachte man, dass der Weiße Hai ein absoluter Einzelgänger ist. Inzwischen weiß man, dass sie soziale Tiere sind und öfter kleine Gruppen bilden.
Ein Weißer Hai schwimmt mit offenem Maul an der Wasseroberfläche (Bild: SWR)
Auch wenn viele Menschen durch übertriebene Berichte große Angst vor dem Weißen Hai haben:

Es kommen weit mehr Haie durch Menschen um, als dass Menschen dem Weißen Hai zum Opfer fallen.
Im Grunde zählen Menschen nicht zum Beuteschema des Weißen Hais. Aber Haie reagieren sensibel auf Geräusche und sind außerdem neugierig.
Ein Weißer Hai schwimmt auf einen Taucher zu (Bild: SWR)
Wenn sich etwas im Wasser bewegt, schwimmen die Haie auf diese Gräuschquelle zu.
Deswegen kommt es vor, dass sie ein potentielles Beutetier - das auch ein Mensch sein kann - mit einem Probebiss "testen" wollen.

Ein einziger solcher Biss fügt Menschen jedoch schon schwere Verletzungen zu und ist oft tödlich.
Freunde und Feinde
Auch wenn der Weiße Hai ein riesiger Raubfisch ist, es gibt noch größere Räuber im Meer.

Schwertwale sind so groß und so geschickte Räuber, dass sie sogar dem Weißen Hai gefährlich werden können. Allerdings passiert es nur selten, dass ein Rudel Schwertwale einen Weißen Hai tötet.
Der größte Feind des Weißen Hais ist der Mensch. Der jagt diesen inzwischen seltenen Fisch, obwohl er geschützt ist.
Jagd
Weißer Hai (Bild: SWR)
Der Weiße Hai überrascht seine Beute, denn er kann andere Tiere schon aus großer Entfernung wahrnehmen und sich unbemerkt nähern. Dann schießt er blitzartig aus der Tiefe auf sein Opfer zu.

Nach dem ersten Biss lässt er los und wartet, bis die Beute verblutet ist.
Weil der Weiße Hai auf diese Weise anstrengende Kämpfe mit großen Beutetieren vermeidet, spart er Kraft und Energie.
Nachwuchs
Allzu viel weiß man über die Fortpflanzung der Weißen Haie nicht. Sie sind lebendgebärend, die Jungen entwickeln sich also im Mutterleib.

Allerdings ist nicht genau bekannt, wie lange die Weibchen trächtig sind. Forscher vermuten, dass es zwölf Monate dauert, bis die jungen Haie zur Welt kommen. Dann sind sie schon bis zu 150 Zentimeter lang.

Es ist auch nicht bekannt, wie viele Junge ein Weibchen gleichzeitig bekommen kann. Beobachtet wurden schon Tiere mit neun Jungen.
Beim Weißen Hai gibt es ein seltsames Phänomen: Es kommt vor, das sich die Jungen im Bauch der Mutter gegenseitig auffressen.
Die Männchen werden mit neun bis zehn Jahren geschlechtsreif, die Weibchen mit zwölf bis 14 Jahren.
Autorin: Barbara Kiesewetter