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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Wisent

Alltag
Zwei Wisente beim Fressen (Bild: SWR)Wisente sind sowohl am Tag als auch in der Nacht aktiv.
Um die Mittagszeit ruhen sie meistens. Tagsüber durchwandern sie ihren Lebensraum auf der Suche nach Nahrung.

Wisente sind gesellige Tiere.
Wisent auf einer Wiese (Bild: SWR)Die Weibchen leben mit ihren Jungen und den bereits selbstständigen Jungtieren in Herden von bis zu 30 Tieren; im Winter sind es manchmal bis zu 50. Die Herden werden von einem alten, erfahrenen Weibchen angeführt.

Die erwachsenen und älteren Männchen ziehen oft als Einzelgänger umher oder bilden kleine Gruppen.
Zur Herde mit den Weibchen gesellen sie sich nur zur Brunftzeit.
Das geht nicht immer friedlich ab: Die Bullen streiten sich um die Weibchen, sie brüllen laut, schnauben, stampfen und wühlen mit ihren Hörnern den Boden auf.
Manchmal bleibt es nicht beim Imponiergehabe und zwei Bullen kämpfen richtig miteinander: Dann kann es sein, dass sie sich mit den Hörnern schwer verletzen und eines der Tiere sogar stirbt.
Mehrere Wisente (Bild: SWR)Die Weibchen leben das ganze Jahr über im Schutz der Herde. Nur wenn sie ihre Jungen zur Welt bringen, verlassen sie die Gruppe für drei bis vier Wochen. Im Frühjahr teilen sich die Herden der Weibchen in kleinere Gruppen von acht bis 20 Tieren auf, im Winter finden sie sich wieder zu einer größeren Gruppe zusammen.

Wisente können sehr schnell rennen: Müssen sie fliehen, können sie eine Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometern erreichen und bis zu zwei Meter hoch springen. Außerdem sind Wisente gute Schwimmer.

Wisente waren für unsere Vorfahren wichtige Jagd-Tiere: Das zeigen uralte Höhlenzeichnungen, auf denen Wisente abgebildet sind.
Freunde und Feinde
Zwei Wisente auf einer kahlen Wiese (Bild: SWR)Die mächtigen Wisente haben wenig Feinde. Nur Wölfe und Bären können schwachen und kranken Tieren oder Jungtieren gefährlich werden. Erwachsene Wisente können sich dagegen gut wehren: Bei Gefahr stellen sich nebeneinander in der Gruppe zum Kampf mit dem Gegner auf.

Diese Taktik hilft zwar gegen Wölfe und Bären, aber nicht gegen die Kugeln von Wilderern: Wisente wurden früher gerne gejagt, weil ihr Fleisch begehrt war und ihre Haut zu Leder verarbeitet wurde. Heute dürfen Wisente nicht mehr gejagt werden.
Nachwuchs
Die Brunftzeit der Wisente ist im August und September. Neun Monate nach der Paarung bringen die Weibchen im Mai oder Juni ein Junges zur Welt.

Zwei Wisente liegt auf einer Lichtung (Bild: SWR)Die Kleinen wiegen 30 bis 40 Kilogramm. Sie werden rund sechs Monate von der Mutter gesäugt, knabbern aber schon nach drei Wochen an den ersten Grashalmen.

Mit einem Jahr sind sie selbstständig, bleiben jedoch noch in der Nähe der Mutter. Im dritten Lebensjahr sind sie geschlechtsreif. Doch die Männchen sind erst mit sechs bis acht Jahren richtig ausgewachsen.

Meist bringen die Wisent-Weibchen nur alle zwei Jahre ein Junges zur Welt.
Sprache
Wisente können grunzen, schnauben und brummen.
Autorin: Barbara Kiesewetter