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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Wüstenrennmaus

Alltag
Wüstenrennmaus (Bild: SWR)
Ihr Name verrät viel über ihre Eigenschaften: Rennmäuse heißen so, weil sie superschnelle Flitzer sind.

Das müssen sie in ihrer Heimat auch sein, um rasch vor Feinden wie Raubtieren oder Greifvögeln verschwinden zu können.
In der Steppe stehen sie oft aufrecht auf kleinen Hügeln und beobachten aufmerksam die Umgebung. Wittern sie Gefahr, trommeln sie kurz mit den Hinterfüßen auf den Boden, fiepen und verschwinden dann blitzschnell in ihrem Bau.

Rennmäuse können gut sehen und noch besser hören und riechen. Sie erkennen ihre Familienmitglieder am Geruch. Wer den Duft-Test nicht besteht, gehört nicht zur Familie und wird unerbittlich weggejagt. Daher haben sie auch ihren Namen "Krieger mit Krallen".
Wüstenrennmäuse beim Spielen (Bild: SWR)
Rennmäuse sind Rudeltiere. Auch wenn sie als Heimtiere gehalten werden, sind Rennmäuse ohne Familie einfach nicht glücklich.

Am liebsten machen sie alles gemeinsam: Das Revier und den Käfig entdecken, spielen, sich putzen und sich zum Schlafen aneinander kuscheln.

Und weil Rennmäuse sehr neugierig sind, werden sie auch gegenüber dem Menschen recht schnell zahm.

Dürfen sie im Zimmer frei herumlaufen, erkunden sie alles, was ihnen in die Quere kommt. Das heißt allerdings auch, dass sie einiges kaputt machen, weil Rennmäuse einfach an allem nagen, was sie finden.

Meist sind Rennmäuse abwechselnd zwei bis vier Stunden wach und schlafen dann genauso lang. Wenn sie wach sind, wühlen sie in der Käfigeinstreu. Ihre Lieblingsbeschäftigung überhaupt ist das Nagen. Richtig wohl fühlen sie sich, wenn sie sich ausgiebig putzen und im Sand baden können. So entfernen sie Schmutz und Fett aus ihrem Fell.
Freunde und Feinde
Zu den natürlich Feinden der Rennmäuse gehören Steppenfüchse, Füchse, Iltisse und Eulen.
Nachwuchs
Rennmäuse bekommen viele Kinder: Theoretisch können sie alle vier bis sechs Wochen ein bis fünf (oder auch mehr!) Junge bekommen - wenn man sich Rennmäuse anschafft, muss man also vorher gut überlegen, ob man nicht besser mehrere Männchen oder mehrere Weibchen hält. Denn wer soll Euch sonst all die vielen jungen Mäuse abnehmen?

Rennmäuse werden mit etwa sieben bis zwölf Wochen paarungsreif und bleiben ihr Leben lang mit demselben Partner zusammen. Wenn das Rennmaus-Weibchen bereit zur Paarung ist, wird das Männchen ganz schön aufgeregt: Es trommelt mit den Hinterpfoten auf den Boden und jagt seine Partnerin durch das Revier. Ist das Weibchen bereit zur Paarung, bleibt es stehen. Dieses Ritual wiederholt sich viele Male.

Nach 23 bis 26 Tagen kommen die Jungen zur Welt. Sie sind noch nackt, blind und taub, werden etwa 21 bis 30 Tage gesäugt und abwechselnd von der Mutter und vom Vater gewärmt, bis sie groß genug sind. Nach sechs bis acht Wochen sind sie selbstständig.
Sprache
Ein lautes Fiepen ist der Angst- und Warnruf der Rennmäuse. Die Jungen lassen außerdem ein leises Zwitschern oder Wispern hören.

Autorin: Barbara Kiesewetter