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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Zecke

Alltag
Zwei Zecken auf einer Pflanze (Bild: SWR)Zecken werden auch Holzbock genannt. Sie sind perfekt für ein Leben als Schmarotzer ausgerüstet und besitzen raffinierte Sinnesorgane, mit denen sie Tiere und Menschen aufspüren können, um an ihnen Blut zu saugen.
So sitzt zum Beispiel im vordersten Beinpaar das sogenannte Haller'sche Organ, das als Chemorezeptor dient.
Damit können die Tiere Spuren von Mensch und Tier wie Kohlendioxid, das beim Ausatmen freigesetzt wird oder Schweiß riechen.
Eine Zecke wartend auf einem Grashalm, dahinter läuft ein Mensch vorbei (Bild: SWR)Dieses Organ kann außerdem Wärme wahrnehmen: Nähert sich ein Lebewesen, merken die Zecken dies, weil sich die Temperatur in ihrer Umgebung durch die relativ hohe Körpertemperatur von Menschen und Tieren erhöht.
Außerdem können sie mit dem Haller'sche Organ auch noch die feinsten Vibrationen spüren, die durch die Bewegungen anderer Lebewesen ausgelöst werden.

Darstellung: Eine Zecke hat sich in der Haut eines Menschen festgesaugt (Bild: SWR)Spüren Zecken, dass ein Mensch oder Tiere nahe ist, lassen sie sich von Grashalmen und Sträuchern auf ihn fallen. Sie suchen sich eine feucht-warme Hautstelle, halten sich dort fest und saugen Blut. Dabei geben sie eine Substanz in die Wunde ab, die die Blutgerinnung hemmt, sodass sie besser saugen können.
Leider übertragen Zecken in manchen Gegenden beim Saugen Krankheitserreger. Dazu zählen das FSME-Virus, das zu einer bestimmten Form der Gehirnhautentzündung führt und ein Bakterium, das die Lyme-Borreliose auslöst. Gegen den FSME-Virus man sich impfen lassen, gegen die Borreliose helfen Antibiotika.
Eine vollgesaugte Zecke (Bild: SWR)Meist merken wir es zunächst nicht, wenn sich eine Zecke festgesaugt hat. Das liegt daran, dass die Tiere beim Stechen eine schmerzstillende Substanz in die Wunde abgeben.
Und oft hat sich die Zecke nach dem Saugen schon wieder fallen gelassen, bis man die Einstichstelle bemerkt: Die Wunde ist dann stark gerötet und juckt.

Eine Zecke wird mit einer Pinzette vorsichtig aus der Haut gezogen (Bild: SWR)Entdeckt man die Zecke solange sie noch in der Haut festsitzt, sollte man sie sofort entfernen. Dazu verwendet man eine spezielle Zeckenzange, sodass das Tier nicht gequetscht wird und nicht abreißt, sondern ganz aus der Haut gezogen wird.
Zerreißt man die Zecke beim Herausziehen, bleiben die Mundwerkzeuge in der Wunde zurück und es kann zu Entzündungen kommen.
Am besten geht man zum Arzt, wenn man gestochen wurde.
Nachwuchs
Zur Paarung klettert eine Zecke über die andere (Bild: SWR)Nach der Paarung sterben die Zecken-Männchen, die Weibchen leben noch bis nach der Eiablage weiter.
Zecken-Weibchen können bis zu 5000 Eier in ihrem Körper produzieren, im Durchschnitt sind es 2000.
Je mehr Blut sie saugen konnten, umso mehr Eier bilden sie. Die Eier der Zecken sind sehr widerstandsfähig: Die Weibchen geben aus einer speziellen Drüse eine wachsartige Substanz ab, die die Eier überzieht und so vor dem austrocknen bewahrt.
Zeckenweibchen bei der Eiablage (Bild: SWR)Aus den Eiern schlüpfen zunächst die Larven. Sie sind gerade mal einen Millimeter groß und fast durchsichtig.
Außerdem besitzen nur sechs Beine und nicht acht wie die erwachsenen Zecken.
Die Larven machen mehrere Entwicklungsschritte durch: Dabei häuten sie sich und es bildet sich das vierte Beinpaar.
Frisch geschlüpfte Zecke - eine Larve (Bild: SWR)Die Larve wird jetzt Nymphe genannt. Auch sie ist ungefärbt und fast durchsichtig.
Damit die Larven und Nymphen die einzelnen Entwicklungsschritte durchlaufen können, brauchen sie jeweils eine "Blutmahlzeit".
Sie dauert bei den Larven zwei bis vier, bei den schon weiter entwickelten Nymphen drei bis fünf Tage. Im dritten Entwicklungsschritt schließlich entsteht die erwachsene Zecke.
Autorin: Barbara Kiesewetter