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Tierlexikon für Kinder - Archiv

Zwergdommel

Alltag
Zwergdommel in Pfahlstellung (Bild: SWR)
Zwergdommeln leben so scheu und versteckt, dass man dicht bei ihnen sein kann, ohne sie jemals zu bemerken.
Wenn sie in der typischen Haltung hoch aufgerichtet mit nach oben gerecktem Kopf zwischen den Schilfhalmen stehen, sind Zwergdommeln kaum zu entdecken: Diese Schutzhaltung nennt man Pfahlstellung, weil die Tiere aufrecht wie ein Pfahl im Schilf stehen.
Dabei wiegen sie ihren Körper sogar mit den Schilfhalmen im Wind, um ja nicht aufzufallen.
Zwergdommel am Wasser (Bild: SWR)
Die Färbung ihres Gefieders sorgt außerdem dafür, dass sie im Gewirr der Schilfstängel kaum zu erkennen sind.

Auch am Nest bewegen sie sich nur ganz langsam wie in Zeitlupe, damit eventuelle Feinde nicht auf sie aufmerksam werden.
Selbst die Jungen beherrschen diese Schutzstellung schon und sitzen bei Gefahr mucksmäuschenstill mit hoch aufgerecktem Schnabel im Nest.

Zwerdommeln sind Zugvögel. Erst Mitte Mai kommen sie aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück.
Freunde und Feinde
Vor allem Greifvögel und kleine Raubtiere können Zwergdommeln und ihren Jungen gefährlich werden. Ratten sollen sich vor allem gerne über die Eier der Zwergdommeln hermachen.
Jagd
Zwergdommeln sind geschickte Jäger. Bei Dämmerung gehen sie im Schilf auf Jagd und stoßen mit ihrem langen, kräftigen Schnabel blitzschnell zu.
Nachwuchs
Zwergdommel-Pärchen (Bild: SWR)
Zwergdommeln brüten relativ spät, nämlich erst im Juni. Erst dann ist das junge Schilf so dicht nachgewachsen, dass das Nest der Vögel gut versteckt ist.

Die Männchen beginnen mit dem Nestbau, dann kommt das Weibchen dazu und sie bauen gemeinsam weiter.

Das Nest wird meist 20 bis 30 Zentimeter über dem Wasser errichtet, oft auf einer im Schilf stehenden Weide oder aber auf kleinen Bäumen.
Dazu flechten die Zwergdommeln Schilfhalme so kunstvoll zusammen, dass ein Trichter entsteht. Mit dem Schnabel schneiden sie dazu die Schilfhalme auf die richtige Länge zurecht. In dieses trichterförmige Nest legt das Weibchen drei bis sechs 34 Millimeter große Eier, die von Männchen und Weibchen gemeinsam ausgebrütet werden. Nach 16 bis 19 Tagen schlüpfen die Jungen.
Zwergdommel-Junges (Bild: SWR)
Sie tragen ein flauschiges, blasses Dunenkleid und wiegen direkt nach dem Schlüpfen höchstens zehn Gramm.

Wenn die Kleinen nach Futter betteln, packen sie den Schnabel der Eltern und ziehen ihn ins Nest.
Dann würgen Vater oder Mutter vorverdautes Futter hervor, das die Jungen gierig aufpicken. Größere Junge schnappen sich das Futter schon, wenn es noch im Schnabel der Eltern ist.
Ihren Kot "schießen" die kleinen Zwergdommeln in einem kräftigen, waagerechten Strahl weit über den Nestrand, so dass das Nest immer sauber bleibt.
Zwergdommel-Junges (Bild: SWR)
Zwar machen junge Zwergdommeln schon nach fünf bis sechs Tagen die ersten Ausflüge rund um das Nest und können auch schon mit acht oder zehn Tagen geschickt auf den Schilfhalmen turnen, doch noch kehren sie immer wieder zum Nest zurück.
Erst nach 25 bis 30 Tagen werden sie flügge und verlassen das Nest endgültig.
Sprache
Der Ruf der Zwergdommel ist ein leises, dumpfes "wroh". Manchmal lassen sie auch Rufe wie "ker" oder "keck" hören. Während der Balzzeit rufen Zwerdommeln leise "prump".
Autorin: Barbara Kiesewetter
 
 
 
 
 
 
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