Wenn nicht ihr, dann wir!

Nina kämpft! Gegen Plastikmüll

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Die 12-jährige Indonesierin Nina kämpft gegen den Import von Plastikmüll. Sie hat die Nase voll davon, dass ihre Heimat zur Müllhalde der Industrieländer gemacht wird.

Auf der Insel Java in Indonesien ist Nina umgeben von Bergen voller Plastikmüll. Der Plastikmüll ist überall: auf den Feldern, in den Flüssen, im Meer und sogar in den Bäuchen der Fische. Und dabei kommt ein großer Teil  nicht mal aus Indonesien selbst, sondern aus Deutschland, Australien, Kanada oder den USA.

Der Plastikmüll aus den Industrieländern landet quasi vor Ninas Haustür. Nina will erreichen, dass die Mülltransporte in ihr Land gestoppt werden. Um darauf aufmerksam zu machen, planen Nina und ihre Freundinnen eine Ausstellung an ihrer Schule.

Wir möchten zeigen, dass Indonesien mit diesem Plastikmüll bombardiert wird. Das kann so nicht weiter gehen. Wir sind doch nicht die Müllhalde für die Industrieländer!

Besonders ärgert Nina, dass zusätzlich zu den legalen Mülltransporten noch mehr Plastikmüll illegal nach Indonesien kommt. In der Papierrecycling-Fabrik im Nachbardorf findet sich Plastikmüll, der illegal dem Papiermüll untergemischt wurde.

Nina aus Indonesien kämpft gegen Plastikmüll (Foto: SWR, Sonam Rinzin)
Nina am Containerhafen von Surabaya Tanjung Perak, in der Nähe von Bangun, Indonesien. Sie recherchiert hier für eine Schulausstellung über Müll, warum Plastik und Papiermüll häufig vermischt sind. Sonam Rinzin

Nina besucht den nahegelegenen Containerhafen. Von einem Zollbeamten erfährt sie, dass nur wenige Container mit Papiermüll kontrolliert werden. Nina wird klar, dass sie sich an wichtige Politiker*innen wenden muss. Sie schreibt sogar einen Brief an die deutsche Bundeskanzlerin.

Während der Schulausstellung sammelt sie Unterschriften für eine Petition gegen die Importe von Plastikmüll. Sie will nach Jakarta reisen, um den Brief und die Petition dem deutschen Botschafter persönlich zu übergeben.

Nina hofft, dass sie die Industrieländer so überzeugen kann, die Müllexporte zu stoppen.

Nina untersucht mit dem Mikroskop einen toten Fisch und findet Mikroplastik in seinem Inneren. (Foto: SWR, Sonam Rinzin)
Nina untersucht mit dem Mikroskop einen toten Fisch und findet Mikroplastik in seinem Inneren. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Nina erklärt ihren Mitschüler*innen die Müllexporte, die in ihrer Heimat Indonesien landen. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Plastikmüll wird in Indonesien häufig als billiger Brennstoff verwendet. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Nina bereitet eine Ausstellung an ihrer Schule über Plastikmüll vor. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Für ihre Schulausstellung haben sie und ihre Freundinnen viele Fotos vom Plastikmüll in Bangun gemacht. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Nina hat eine Petition gegen die Mülltransporte der Industrienationen nach Südostasien vorbereitet. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen
Nina und ihre Freundinnen zeigen die Unterschriften auf ihrer Petition gegen die Müllimporte nach Indonesien. Sonam Rinzin Bild in Detailansicht öffnen

Steckbrief von Nina

Nina ist ein ziemlich beeindruckendes Mädchen. Hier könnt ihr mehr über ihre Familie, ihre Träume und Sorgen erfahren:

Wir verzichten eine Woche auf Plastik! Macht ihr mit?

Plastikmüll aus aller Welt

Seitdem China 2018 den Import von Plastikmüll aus anderen Ländern verboten hat, werden südostasiatische Länder wie Malaysia, Vietnam, Thailand und Indonesien überflutet mit Müllimporten. Dabei haben diese Länder selbst genug Probleme mit dem eigenen Müll.

Indonesien produziert jeden Tag über 200.000 Tonnen Müll und gilt nach China als der größte Verschmutzer der Meere mit Plastikmüll. Recycling oder eine umfassende Müllentsorgung gibt es in Indonesien kaum. Oft landet der Abfall in der Natur: auf Feldern, in Wäldern, in Flüssen oder im Meer.

Indonesiens Müllproblem ist Symptom einer weltweiten Umweltkatastrophe. Laut dem Plastikatlas 2019 der Heinrich-Böll-Stiftung wurden seit 1950 nur neun Prozent des gesamten weggeworfenen Kunststoffs recycelt. Heute liegt die Recyclingquote von Plastikverpackungen weltweit immer noch unter 14 Prozent. Und dabei handelt es sich überwiegend um ein Downcycling zu minderwertigen Produkten.

Weitere 40 Prozent enden auf Mülldeponien und 14 Prozent in Verbrennungsanlagen. Die restlichen 32 Prozent gehen in die Umwelt oder sie werden unkontrolliert verbrannt. All diese Entsorgungswege bringen große ökologische Gefahren mit sich.

Videobotschaft von Nina (Juni 2021)

Seit wir Nina mit der Kamera begleitet haben, ist eine ganze Menge passiert!

Wir wollten wissen, wie es ihr heute geht und was sie seitdem erreichen konnte – trotz der Corona-Pandemie, die natürlich auch vor Indonesien nicht Halt gemacht hat.

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