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Es ist doch klar, dass Frauen und Männer das Recht haben, wählen zu gehen und sich wählen zu lassen. Oder?

Das war nicht immer so. In der Mitte des 19. Jahrhunderts bekamen nur die Männer das Wahlrecht. Frauen durften nicht wählen, es war ihnen auch verboten, an politischen Versammlungen teilzunehmen oder Mitglied einer Partei zu werden. Politik galt als Männersache.

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Viele Männer waren damals gegen ein Wahlrecht für Frauen. Sie vertraten die Meinung, dass Frauen nichts von Politik verstehen und nicht beurteilen können, was in der Politik geschieht.

Frauen sollten sich um die Familie und den Haushalt kümmern. Für diese Männer war es auch kein Problem, dass die Frauen, die arbeiteten, weniger Lohn für ihre Arbeit bekamen.

Gegen diese Ungerechtigkeiten wehrten sich viele Frauen und traten selbst für eine Verbesserung ihrer Lage ein. Sie mischten sich in Diskussionen ein, veranstalteten Demonstrationen, schrieben Bücher und Artikel in Zeitungen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde Deutschland im November 1918 eine demokratische Republik. Am 12. November 1918 wird in Deutschland das Frauenwahlrecht gesetzlich verankert, es wird festgelegt, dass Frauen und Männer die gleichen Rechte und Pflichten im Staat haben.

Emmeline Pankhurst bei einer Veranstaltung für das Frauenwahlrecht in London. Sie war eine herausragende Kämpferin für die politische Gleichberechtigung der Frauen in Großbritannien Anfang des 20. Jahrhunderts. (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)
Veranstaltung zum Frauenwahlrecht Picture Alliance

Am 19. Januar 1919 durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal wählen gehen und gewählt werden. Die Wahlbeteiligung der Frauen war sehr hoch. Es zogen auch Frauen als Abgeordnete ins Parlament ein.

Damit war ein wichtiger Schritt zur politischen Gleichberechtigung getan.

Mit Plakaten und in historischen Gewändern gehen Frauen der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) am Montag (17.08.2009) durch Dresden. Die Frauen wollen mit der Aktion die Wahlrechtsdemonstrationen der Suffragetten vor 100 Jahren nachstellen und die Bürgerinnen bei den bevorstehenden Wahlen zur Teilnahme auffordern. Foto: Ralf Hirschberger dpalsn +++(c) dpa - Bildfunk+++ (Foto: dpa Bildfunk, Fotograf: Ralf Hirschberger)
So könnte es früher ausgesehen haben: SPD-Frauen demonstrieren in historischen Gewändern in Dresden. Fotograf: Ralf Hirschberger

Vor den deutschen Staatsbürgerinnen hatten bereits die Frauen in Finnland (1906), Norwegen (1913), Dänemark (1915) und in Russland (1917) das Stimmrecht bekommen.

Italien (1945), Frankreich (1944), Griechenland (1952) und die Schweiz (1971) waren Nachzügler. Im Schweizer Kanton Appenzell-Innerhoden durften Frauen sogar bis 1991 nicht an Wahlen teilnehmen, die den Kanton betrafen!

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