Eine Taube vor einer Wassermasse

Columba livia f. domestica

Taube

Stand
AUTOR/IN
Barbara Kiesewetter

Mit den Tauben haben wir eine lange, gemeinsame Geschichte: Sie begleiten den Menschen schon mehr als 2000 Jahre.

Die Taube – Symbol des Friedens und in früheren Zeiten diejenigen, die eine Nachricht am schnellsten überbringen konnten.

Steckbrief: Taube

Wie sehen Tauben aus?

Tauben sehen je nach Rasse ganz unterschiedlich aus: Sie können ganz weiß oder braun, aber auch gemustert sein. Manche sind richtig bunt oder besitzen sogar gelockte Schmuckfedern.

Die meisten Haustauben sind grau. Flügel und Schwanz sind schwarz gezeichnet und am Hals schimmern die Federn grünlich bis violett.

Weiße Taube
Die meisten Tauben sind grau. Es gibt aber auch weiße Exemplare. Eine weiße Taube wird auch oft als Symbol für "Frieden" benutzt.

Die Haustauben werden wie ihre wilden Vorfahren, die Felsentauben, etwa 33 Zentimeter lang und wiegen etwa 300 Gramm. Die Flügelspannweite beträgt 63 Zentimeter. Der Schwanz misst rund elf Zentimeter.

Wo leben Tauben?

Wilde Felsentauben leben in Mittel- und Südeuropa, in Kleinasien über Arabien bis Indien sowie in Nord- und Westafrika. Haustauben haben sich zusammen mit dem Menschen über die ganze Welt verbreitet und leben heute in fast allen Großstädten Europas, Amerikas und Asiens.

Felsentauben leben vor allem auf Felsen an Meeresküsten und auf Inseln. Es gibt sie aber auch in felsigen Regionen im Binnenland und in Wüsten. Den Haustauben dienen Nischen und Vorsprünge an unseren Häusern als Ersatz für natürliche Felsen. Deshalb finden sie in den Städten so viele geeignete Lebensräume. Auf Bäumen lassen sie sich nur selten nieder.

Welche Taubenarten gibt es?

Es gibt etwa 14 Unterarten der Felsentaube sowie rund 140 Rassen der Haustaube, die von Taubenzüchtern gezüchtet wurden.

Begonnen wurde mit der Taubenzucht schon im vierten Jahrtausend vor Christus in Ägypten.

Wie alt werden Tauben?

Haustauben können etwa 15 bis maximal 20 Jahre alt werden.

Wie leben Tauben?

Tauben sind sehr geschickte Flieger. Sie fliegen bis über 185 km/h schnell.

Tauben können weite Strecken ohne einen Flügelschlag fliegen, weil sie in der Luft gleiten können. Aber auch auf dem Boden können sie sich mit raschem Gang gut fortbewegen.

Haustauben sind wie die Felsentauben tagaktive Tiere. Die Nacht verbringen sie in Höhlen und Felsspalten.

Sie gelten als sehr neugierige Vögel und sollen genauso intelligent sein wie die Raben. Sie untersuchen alle unbekannten Gegenstände mit dem Schnabel.

Tauben werden auch als sogenannte Brieftauben trainiert. Dabei werden sie an verschiedene Orte verschickt. Von dort kehren sie dann nach Hause zurück.

Es gibt unterschiedliche Erklärungen, wie Tauben den Weg zurückfinden. Eine davon ist, dass die Tauben sich nach dem Stand der Sonne richten und dass sie sich mit Hilfe von speziellen Organen am Magnetfeld der Erde orientieren.

Zudem sind Tauben von Natur aus Koloniebrüter. Das ist auch der Grund, warum sie von selbst versuchen, wieder zu ihrem gewohnten Nistplatz und zu ihrem Partner zurückzufinden.

Freunde und Feinde der Tauben

Die natürlichen Feinde der Tauben sind Greifvögel. Weil Tauben aber durch sehr geschickte Flugmanöver die Flucht ergreifen, können sie ihren Verfolgern manchmal entkommen. Unsere Haustauben haben jedoch in den Städten nur wenige Feinde wie Habicht, Sperber oder Falken.

Wie pflanzen sich Tauben fort?

Haustauben bauen wie ihre wilden Vorfahren, die Felsentauben, ihre Nester gerne in Höhlen und Felsspalten. In Städten brüten sie deshalb meist auf Mauervorsprüngen und in Fensternischen, in Türmen, Ruinen und in Mauerlöchern.

Da Tauben sehr empfindlich gegen Nässe und Zug sind, bauen sie ihr Nest meist an der vor Wind und Wetter geschützten Ost- und Südseite eines Gebäudes. Besonders kunstvoll sind ihre Nester allerdings nicht: Die Tauben werfen einfach ein paar Äste und Zweige unordentlich aufeinander und legen ihre Eier in eine Mulde in die Mitte.

Typisch ist das Paarungsritual der Haustauben. Sie scheinen sich dabei hastig mit dem Schnabel Rücken und Flügel zu putzen und kraulen sich gegenseitig Kopf und Hals. Schließlich steckt das Weibchen seinen Schnabel in den des Männchens, als ob sie ihn wie eine junge Taube füttern wollte. Anschließend findet die Paarung statt.

Das Tauben-Weibchen legt meist zwei Eier, die jeweils 17 Gramm wiegen. Gebrütet wird gemeinsam. Das Männchen brüten von morgens bis nachmittags, das Weibchen ab Nachmittag und die ganze Nacht hindurch.

Nach etwa 17 bis 18 Tagen schlüpfen die Jungen. Sie werden zuerst mit der Kropfmilch der Eltern ernährt, später bekommen sie von den Eltern vorverdaute Körner. Schon nach vier bis fünf Wochen sind die Jungen flügge. Weil Haustauben im besten Fall fünf- bis sechsmal im Jahr brüten können, vermehren sie sich sehr stark.

Wie kommunzieren Tauben?

Jeder kennt wohl das typische Gurren der Tauben. Wenn sie sich erschrecken, geben sie ein kurzes "Ruh" von sich. Junge Tauben lassen ein scharfes Piepen hören.

Was fressen Tauben?

Wilde Felsentauben ernähren sich vor allem von Samen von Lein, Raps, Getreide oder Hülsenfrüchten. Ab und zu fressen sie aber auch Schnecken, Insekten und Würmer.

Kleine Steine, Lehm und Kalk nehmen sie auf, um die Nahrung im Magen besser zerkleinern zu können. Zum Trinken dient klares Wasser.

In den Städten fressen die Haustauben neben Pflanzensamen meist alles, was wir Menschen ihnen geben oder was sie als Abfälle, wie zum Beispiel trockenes Brot, finden.

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Barbara Kiesewetter