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Wenn wir an Indianer denken, stellen wir uns meist federgeschmückte Krieger vor, die durch die Prärie reiten und sich wilde Gefechte mit den Weißen liefern. In Wirklichkeit gibt es Hunderte von verschiedenen Indianer-Stämmen. Wodurch unterscheiden sie sich?

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Ein Volk – viele Stämme

In Wirklichkeit gibt es hunderte von verschiedenen Indianer-Stämmen, und ihre Kulturen und Sprachen sind so unterschiedlich wie die von Briten, Franzosen, Griechen und Deutschen. Trotzdem sind alle Europäer.

Und bei den Indianern ist es ähnlich. Sie sind ein Volk, allerdings - ebenso wie die Europäer - mit verschiedenen Sprachen und Traditionen.

Die Indianer-Stämme im Norden Amerikas lassen sich in vier Hauptgruppen zusammenfassen:

  • Küsten-Indianer
  • Pueblo-Indianer
  • Prärie-Indianer
  • Wald-Indianer
Nordamerikakarte mit Indianerabbildungen (Foto: SWR)

Küsten-Indianer

An der Nordwestküste wohnten die Indianer in festen Häusern aus dicken Holzplanken. Sie lebten vom Fischfang. Nachts fuhren sie mit ihren Kanus auf das Meer hinaus und machten Jagd auf Robben und Wale.

Pueblo-Indianer

Im Südwesten bauten die Indianer Lehmhäuser, die übereinander standen - die Pueblos. Bis zu fünf Stockwerke konnte ein Pueblo hoch sein. Die Lehmsiedlungen wurden in Tälern aber auch an Felswände gebaut, damit sie gut geschützt waren.

Die Pueblo-Indianer waren sesshaft und lebten vom Ackerbau. Vor allem bauten sie Mais an, die wichtigste Nahrungspflanze Nordamerikas.

Modell einer Pueblo-Indianer Siedlung mit übereinander stehenden (Foto: SWR, Sabine Stampfel)
Pueblo-Indianer Siedlung Sabine Stampfel

Prärie-Indianer

In der Prärie hatten die Indianer keine festen Häuser. Sie folgten den Büffel-Herden und brauchten eine Behausung, die sie leicht auf- und abbauen konnten. Das waren die Tipis, kegelförmigen Zelte, die mit Büffel-Leder bespannt wurden.

Ein gejagter Büffel konnte komplett verwertet werden: Aus der gegerbten Haut wurden Tipis und Kleider hergestellt, spitze Knochen verwendete man zum Nähen, Hörner wurden zu Löffeln, die Blase diente als Kochtopf.

Wald-Indianer

Im Nordosten wohnten sie in kuppelförmigen Wigwams oder wie die Irokesen in Langhäusern aus dicken Holzbohlen. In einer solchen Holzhütte konnten bis zu zwanzig Familien leben. Die Wald-Indianer pflanzten Mais, Bohnen und Kürbis an und rodeten große Waldflächen.

Geld brauchten die Indianer nicht. Sie bezahlten im Tauschhandel mit bunten Perlen und Muscheln. Pferde tauschten sie gegen Felle, Getreide oder Fleisch ein.

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