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Mit ihrem auffälligen Balzritual und ihrem grünblau schillernden Gefieder gehören die Auerhähne zu den schönsten Vögeln Europas. Leider sind sie bei uns sehr selten geworden.

Steckbrief

Wie sieht der Auerhahn aus?

Auerhühner werden etwa so groß wie ein Truthahn und messen vom Schnabel bis zum Schwanz bis zu 120 Zentimeter. Damit zählen sie zu den größten einheimischen Vögeln. Außerdem bringen sie vier bis fünf Kilogramm auf die Waage, manche sogar bis zu sechs.

Die zur Familie der Raufußhühner gehörenden Vögel haben an Hals, Brust und Rücken ein dunkles, blaugrün schillerndes Gefieder.

Die Flügel sind braun. An den Seiten tragen sie einen kleinen, weißen Fleck, und auch der Bauch und die Schwanz-Unterseite sind weiß.

Am auffälligsten ist die leuchtend rote Markierung über dem Auge: die sogenannte Rose. Sie schwillt während der Balzzeit stark an.

Außerdem trägt der Auerhahn zu dieser Zeit am Kinn ein paar Federn, die aussehen wie ein Bart.

Die Weibchen sind etwa ein Drittel kleiner und unauffällig braun-weiß. Nur das rotbraune Brustschild und der rostrot-schwarz gebänderte Schwanz heben sich von dem schlichten Federkleid ab.

Einige besondere Merkmale zeigen, dass Auerhühner in kalten Regionen zu Hause sind: Ihre Nasenlöcher sind mit Federn geschützt und im Herbst und Winter sind auch Beine, Füße und vor allem die Zehen dicht befiedert.

Wo leben Auerhähne?

Früher waren Auerhähne in den Gebirgen ganz Mittel- und Nordeuropas sowie Mittel- und Nordasiens verbreitet.

Weil sie viel gejagt wurden und es kaum noch geeignete Lebensräume für sie gibt, leben diese schönen Vögel in Europa aber nur noch in wenigen Regionen wie Skandinavien und Schottland. In Deutschland gibt es vermutlich nur noch 1200 Tiere. Sie kommen vor allem in den Bayerischen Alpen, im Schwarzwald und im Bayerischen Wald vor.

Auerhähne brauchen stille, lichte Nadelwälder und Mischwälder mit Sümpfen und Mooren.

Auf dem Boden müssen viele Kräuter und Beeren, zum Beispiel Blaubeeren wachsen.

Und sie brauchen Bäume, auf die sie sich zum Schlafen zurückziehen können.

Mit welchen Arten sind Auerhähne verwandt?

Es gibt einige nah verwandte Arten des Auerhahns: Dazu gehören das Birkhuhn, die Schneehühner und die Haselhühner. Nur in Nordamerika kommen die Waldhühner und die Präriehühner vor.

Wie alt werden Auerhähne?

Auerhähne können zwölf Jahre, manchmal auch bis zu 18 Jahre alt werden.

Verhalten

Wie leben Auerhähne?

Auerhähne bleiben ihrer Heimat treu. Wenn sie ein Revier ausgewählt haben, kann man sie dort immer wieder beobachten.

Sie fliegen nur kurze Strecken und leben vor allem auf dem Boden, wo sie nach Nahrung suchen. Abends hüpfen sie zum Schlafen auf Bäume, weil sie dort vor Raubtieren geschützt sind.

Auerhähne sind für ihr ungewöhnliches Balzritual im März und April bekannt:

Im Morgengrauen beginnt der Hahn mit seinem Balzlied. Es besteht aus schnalzenden, wetzenden und klappernden Tönen.

Dabei nimmt der Vogel die typische Balzhaltung ein, indem er den Schwanz zu einem Halbkreis aufspreizt, die Flügel abspreizt und den Kopf weit nach oben reckt. Das Balzlied endet mit einem Triller, der wie "kalöpkalöpp-kalöppöppöpp" klingt.

Auerhähne sind ausdauernde Sänger: Sie wiederholen ihr Balzlied jeden Morgen zwei- bis dreihundert Mal; in der Hauptzeit der Balz sogar bis zu sechshundert Mal.

Auerhähne haben bestimmte Balzplätze, die sie jeden Morgen erneut aufsuchen. Dort springen sie in die Luft und schlagen mit den Flügeln, bevor sie - meist auf einem Hügel oder Baumstumpf sitzend - mit ihrem Gesang beginnen. Auch zwischen den Gesängen fliegen sie immer wieder flatternd in die Luft.

Hat der Hahn schließlich mit seinen Künsten eine Henne beeindruckt, paart er sich mit ihr.

Auerhähne führen aber keine Einehe: Die Hähne paaren sich mit vielen Hennen, die in ihr Revier kommen. Um die Aufzucht der Jungen kümmern sie sich jedoch nicht.

Übrigens: Auerhähne können während der Balzzeit ziemlich komisch und sogar aggressiv werden.

Es gab früher immer wieder Berichte, dass Auerhähne dann sogar Spaziergänger im Wald als Rivalen betrachten und ihnen den Weg versperren.

Freunde und Feinde des Auerhahns

Auerhähne wurden früher viel vom Menschen gejagt. Natürliche Feinde sind verschiedene Raubtiere wie etwa der Fuchs. Ihm können vor allem junge Auerhühner zum Opfer fallen.

Wie pflanzen sich Auerhühner fort?

Der Nachwuchs ist bei den Auerhühnern Frauensache: Ausschließlich die Weibchen kümmern sich um die Brut.

Eine Auerhenne legt etwa sechs bis zehn Eier in eine Nestmulde zwischen Wurzeln oder Baumstümpfe auf dem Boden, die sie 26 bis 28 Tage bebrütet. Die Eier sind ungefähr so groß wie ein Hühnerei.

Junge Auerhühner sind Nestflüchter: Schon einen Tag nach dem Schlüpfen ziehen sie, beschützt von der Mutter durch das dichte Gestrüpp auf dem Waldboden. Sie bleiben etwa drei Wochen in der Obhut der Mutter, leben aber noch den Winter über als Familie zusammen.

Auerhennen und ihre Küken sind nur schwer zu entdecken, da sie mit ihrem braun-beigen Gefieder hervorragend getarnt sind. Werden die Jungen von Raubtieren bedroht, lenkt die Mutter sie ab, indem sie so tut, als sei sie verletzt: Mit lahmen Flügeln torkelt sie über den Boden und zieht so die Aufmerksamkeit der Feinde auf sich.

Wie kommunizieren Auerhähne?

Der Balzgesang des Auerhahns ist zu Beginn sehr leise, wird dann aber so laut, dass er 400 Meter weit zu hören ist.

Pflege

Was frisst der Auerhahn?

Auerhähne leben vor allem von Blättern, Zweigen, Nadeln, Knospen und im Herbst von Beeren.

Ihr Magen und Darm ist darauf eingerichtet, die Pflanzennahrung zu verdauen. Sie verschlucken außerdem Kieselsteinchen, die im Magen dabei helfen, die Nahrung zu zerreiben.

Außerdem mögen sie Ameisenpuppen und andere Insekten und jagen sogar ab und zu Eidechsen oder kleinen Schlangen.

Vor allem die Küken und jungen Auerhühner brauchen viel Eiweiß: Sie futtern deshalb vor allem Käfer, Raupen, Fliegen, Würmer, Schnecken und Ameisen.

Haltung von Auerhähnen

Weil sie sehr scheu und zurückgezogen leben, werden Auerhähne kaum in Zoos gehalten.

Außerdem brauchen sie auch in Gefangenschaft eine ganz spezielle Nahrung, die nur schwer zu bekommen ist, nämlich Knospen und junge Triebe.

Werden sie von Menschen aufgezogen, können sie jedoch sehr zahm werden: Dann balzen die Hähne sogar eher Menschen an, als eine Auerhenne.

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