Wellensitiche sitzen entspannt auf Ästen (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Melopsittacus undulatus

Wellensittich

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Der Wellensittich hat seinen Namen von dem wellenförmigen Muster seines Gefieders. Er gehört zu den beliebtesten als Heimtier gehaltenen Vögeln.

Steckbrief

Wie sehen Wellensittiche aus?

Wellensittiche gehören zur Familie der Papageien. Sie sind jedoch viel kleiner, werden nur etwa 18 Zentimeter groß und wiegen gerade mal 30 bis 50 Gramm.

In der Natur sind Wellensittiche grün, Gesicht und Kehle sind hellgelb. Das grüne Gefieder mit der Zeichnung tarnt die Vögel in der Natur hervorragend. Wenn sie in Bäumen zwischen dem Laub sitzen und sich ausruhen, sind sie kaum zu entdecken.

Heute gibt es aber Züchtungen in vielen verschiedenen Farben wie Hell- und Dunkelgrün, Hell- und Dunkelblau und in Gelb. Es gibt sogar Albinos, also weiße Tiere.

Ein wichtiges Kennzeichen der Wellensittiche sind die Wangenflecken. Typisch sind auch die schwarzen Tupfen auf der hellen Kehle, die langen Schwanzfedern und der papageienartig gekrümmte Schnabel, bei dem der Oberschnabel über den Unterschnabel greift.

Die Haut oberhalb des Schnabels, die so genannte Wachshaut, ist bei Männchen blau, bei Weibchen bräunlich. Auf den ersten Blick lassen sich Männchen und Weibchen nur an diesem Merkmal unterscheiden - ansonsten sehen sie völlig gleich aus.

Wo leben Wellensittiche?

Die Heimat der Wellensittiche ist Zentralaustralien. Dort zählen sie zu den häufigsten Papageien-Arten. Heute gibt es sie auf der ganzen Welt, weil sie schon seit dem Jahr 1850 für Vogelliebhaber gezüchtet werden - nur 70 Jahre nachdem sie von den Europäern in Australien entdeckt wurden.

Der natürliche Lebensraum der Wellensittiche sind Savannen und Steppen sowie offene Grasflächen.

Was für Wellensitticharten gibt es?

Vom Wellensittich gibt es Züchtungen in verschiedenen Farben. Und in der Familie der Papageien gibt es viele Verwandte der Wellensittiche: Bekannt sind zum Beispiel Halsbandsittiche, Singsittiche oder Glanzsittiche.

Wie alt werden Wellensittiche?

Wellensittiche werden meist acht bis zehn Jahre alt, manche erreichen aber sogar ein Alter von 15 Jahren.

Verhalten

Wie leben Wellensittiche?

Wellensittiche sind sehr gesellige Tiere.

In ihrer Heimat ziehen sie in Gruppen oder großen Schwärmen mit mehreren Tausend Tieren umher.

Sie sind kleine Nomaden, die je nach Jahreszeit dorthin ziehen, wo sie mehr Nahrung finden.

Bei langer Trockenheit fliegen sie deshalb in Gebiete, in denen es mehr regnet und deshalb auch mehr Futter gibt.

Wellensittiche sind vor allem am Morgen, am Nachmittag und am Abend munter. Dann sind sie meist auf Nahrungssuche. Sie sind sehr gut an ihren trockenen Lebensraum in Australien angepasst und kommen mit sehr wenig Flüssigkeit aus.

Ist es sehr trocken, können sie sogar bis zu einem Monat ohne Wasser überleben.

Dann nutzen sie nur das Wasser, das sie mit der Nahrung aufnehmen. In den heißen Mittagsstunden ruhen sie sich aus.

Sie sitzen in Bäumen und putzen ihr Gefieder, schwätzen miteinander und kraulen sich gegenseitig mit dem Schnabel.

Freunde und Feinde von Wellensittichen

Zu den Feinden der Wellensittiche gehören vor allem Greifvögel. Vor ihnen schützen sie sich, indem sie meist in großen Schwärmen umherziehen. Viele Wellensittiche kommen aber auch durch Buschfeuer oder bei langen Dürreperioden um. Trotzdem sind sie nicht gefährdet, weil sie sich in guten Jahren sehr stark vermehren können.

Wie pflanzen sich Wellensittiche fort?

In ihrer Heimat Australien brüten Wellensittiche zu zwei verschiedenen Zeiten: Tiere, die im Norden leben, brüten zwischen Juni und September, solche, die im Süden wohnen, brüten zwischen August und Januar.

Meist brüten sie nach längeren Regenperioden, weil es dann genug Nahrung gibt.

Auch beim Brüten sind Wellensittiche gesellig: Fast immer bauen mehrere Paare ihre Nester in die Asthöhlen eines Baumes.

Das Weibchen legt nach der Paarung vier bis sechs Eier, in seltenen Fällen sogar bis zu acht und bebrütet sie 18 Tage lang. In dieser Zeit wird es vom Männchen mit Futter versorgt.

Frisch geschlüpfte Wellensittiche sind noch nackt und blind. Erst nach acht Tagen öffnen sich die Augen, und nach und nach wachsen die Federn.

Doch schon nach 30 Tagen tragen ein Federkleid und haben sich so weit entwickelt, dass sie aus dem Nest ausfliegen können.

Nur zwei Wochen später sind sie selbstständig, und mit drei Monaten sind sie erwachsen und geschlechtsreif.

Wie kommunizieren Wellensittiche miteinander?

Wellensittiche können tschilpen, schwätzen und auch ziemlich laut schreien.

Manche sind sehr begabt und lernen es, einzelne Wörter oder sogar ganze Sätze nachzusprechen - das tun aber nicht alle Tiere.

Pflege

Was fressen Wellensittiche?

Wellensittiche ernähren sich in der Natur hauptsächlich von Samen. Nur ab und zu fressen sie auch kleine Insekten, um genug Eiweiß zu bekommen.

Wenn sie in Dürrezeiten nur trockene Samen fressen können, brauchen sie auch unbedingt Wasser zum Trinken.

Hält man sie zu Hause, brauchen sie als Futter Hirse, Hafer, Leinsamen und verschiedene Wildsamen.

Solche Futtermischungen bekommt man in der Zoo-Fachhandlung. Außerdem mögen Wellensittiche frisches Obst, Gemüse und Beeren.

Haltung von Wellensittichen

Wellensittiche sind neugierige und zutrauliche Hausgenossen. Wenn man etwas Geduld hat, können sie richtig zahm werden.

Wichtig ist, dass sie nicht nur im Käfig gehalten werden, sondern so oft wie möglich frei in der Wohnung herumfliegen dürfen.

Dabei muss man darauf achten, dass Fenster und Türen geschlossen sind und sie sich nicht verletzen können.

Ihr solltet es euch jedoch gut überlegen, ob ein Wellensittich wirklich das geeignete Tier für euch ist: Sie können immerhin bis zu 15 Jahre alt werden und brauchen sehr viel Kontakt zu ihrem Menschen.

Außerdem müsst ihr Zeit für sie aufbringen, um beim Freiflug in der Wohnung auf sie aufzupassen. Und noch etwas: Sie können ganz schön viel Krach machen!

Da Wellensittiche unbedingt Gesellschaft brauchen und wir Menschen uns ja nicht den ganzen Tag um sie kümmern können, darf man nie ein Tier allein halten. Man sollte sich immer mindestens zwei Vögel oder besser noch mehr anschaffen.

Wellensittiche benötigen einen Käfig, der so groß ist, dass sie sogar kurze Strecken fliegen können.

Für ein Pärchen sollte er mindestens 70 Zentimeter lang, 40 Zentimeter breit und 50 Zentimeter hoch sein. Er muss mit Sitzstangen, Futter- und Wassernapf, einem Badehäuschen und einem Wetzstein für den Schnabel ausgestattet sein.

Wellensittiche spielen gerne - deshalb dürfen im Käfig eine Schaukel, ein Glöckchen oder eine Leiter zum Klettern und Turnen nicht fehlen. Der Käfigboden wird mit Vogelsand ausgestreut.

Pflegeplan für Wellensittiche

Natürlich muss der Käfig sehr, sehr sauber gehalten werden. Einmal pro Woche muss man Näpfe, Sitzstangen und den Käfigboden mit heißem Wasser gründlich reinigen. Der Sand auf dem Käfigboden sollte alle zwei Tage erneuert werden.

Jeden Tag muss man die Tiere mit frischem Futter und frischem Wasser versorgen und beobachten, ob sie gesund sind und sich wohl fühlen.

Alle sechs Monate müssen Schnabel und Krallen vorsichtig geschnitten werden - das kann man aber auch vom Tierarzt machen lassen.

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