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Sein Name verrät, wie er aussieht: Halsschild und Flügeldecken des Gelbrandkäfers sind gelb umrandet.

Steckbrief

Wie sehen Gelbrandkäfer aus?

Der Gelbrandkäfer gehört zur Familie der Schwimmkäfer und lebt im Wasser. Er ist einer der größten einheimischen Käfer, wird 30 bis 35 Millimeter lang und 15 bis 18 Millimeter breit. Wie bei allen Insekten besteht sein Körper aus drei Teilen: dem Kopf, der Brust mit dem gelb umrandeten Halsschild und dem Hinterleib.

Der Gelbrandkäfer hat sechs Beine und zwei dünne Hautflügel zum Fliegen. Sie liegen zusammengefaltet unter den festen und ebenfalls gelb geränderten Deckflügeln.

Der Rücken ist dunkel gefärbt und hat manchmal einen grünlichen Schimmer, der Bauch ist gelblich.

Gelbrandkäfer sind perfekt an ein Leben im Wasser angepasst:

Wenn ihr ihn euch anschaut, wird euch sofort auffallen, dass er sehr stark glänzt. Das liegt an einer dünnen Ölschicht, die aus Hautdrüsen ausgeschieden wird und den Käfer bedeckt. Dadurch stößt sein Körper das Wasser ab.

Außerdem sind die beiden Hinterbeine abgeplattet und mit langen Borsten besetzt. Sie verbreitern den Fuß und wirken beim Schwimmen wie Ruder.

Männchen und Weibchen sind ziemlich gut zu unterscheiden: Während die Flügeldecken beim Männchen glatt sind, sind sie beim Weibchen gefurcht. Dadurch können sich die Männchen bei der Paarung besser am Weibchen festhalten.

Wo leben Gelbrandkäfer?

Gelbrandkäfer gibt es in Nordamerika, im nördlichen Asien bis Japan und in ganz Europa (außer in Spanien und Portugal).

Gelbrandkäfer leben am liebsten in Bächen, Tümpeln und Weihern, also in langsam fließenden oder stehenden Gewässern, in denen viele Wasserpflanzen wachsen.

Sie kommen aber auch in Garten-Teichen vor.

Welche Gelbrandkäferarten gibt es?

In Europa gibt es etwa 150 verschiedene Schwimmkäfer-Arten, zehn davon sind Gelbrandkäfer.

Wie alt werden Gelbrandkäfer?

Gelbrandkäfer werden bis zu fünf Jahre alt.

Verhalten

Wie leben Gelbrandkäfer?

Gelbrandkäfer sind Wanderer zwischen zwei Welten: Sie sind perfekt an ein Leben im Wasser angepasst, können aber auch sehr gut fliegen.

Da Gelbrandkäfer wie alle Insekten mit Hilfe spezieller Atmungs-Organe - der so genannten Tracheen - atmen, müssen sie zum Luftholen regelmäßig an die Wasseroberfläche kommen: Der Käfer schwimmt zur Oberfläche und streckt nur ein winziges Stück seiner Hinterleibs-Spitze über das Wasser.

Er hebt die Deckflügel ein kleines bisschen an, presst durch pumpende Bewegungen die verbrauchte Luft aus seinen Tracheen und nimmt frische, sauerstoffreiche Luft auf.

Mit diesem Luftvorrat in den Tracheen und dem Luftpolster unter den Deckflügeln taucht der Käfer nun wieder ab - wie ein Taucher mit seinem Sauerstoff-Vorrat auf dem Rücken.

Diese Luft reicht dem Gelbrandkäfer etwa eine halbe Stunde, dann muss er von neuem auftauchen.

Gelbrandkäfer und ihre Larven sind gefürchtete Räuber. In kleinen Tümpeln oder Gartenteichen können sie mit Kaulquappen, Würmern, ja sogar mit Fischen, Molchen und Fröschen kurzen Prozess machen, bis kaum noch ein Tier im Tümpel lebt. Deshalb machen manche Gartenteichbesitzer Jagd auf Gelbrandkäfer.

In größeren Gewässern haben sie aber eine wichtige Funktion: weil sie auch Aas fressen, halten sie das Wasser sauber.

Um neue Tümpel und Bäche zu erobern, fliegen Gelbrandkäfer nachts oft kilometerweit. Ein neues Gewässer erkennen sie an seiner spiegelnden Wasseroberfläche. Es kann aber auch passieren, dass sie versehentlich auf dem glitzernden Glasdach eines Gewächshauses landen, weil sie es für einen Weiher halten.

Den Winter verbringen Gelbrandkäfer im Schlamm am Teichgrund.

Freunde und Feinde des Gelbrandkäfers

Nur größere Fische können dem Gelbrandkäfer gefährlich werden. Aber auch denen ist er nicht hilflos ausgeliefert: aus einer speziellen Drüse kann er ein Hormon absondern, das auf Fische lähmend wirkt.

Wie vermehren sich Gelbrandkäfer?

Zur Paarung klammert sich das Männchen auf den Flügeldecken des Weibchens fest. Dazu hat es an den Vorderbeinen mehr als 150 winzige Saugnäpfe, mit denen es sich an den Furchen der Deckflügel des Weibchens besonders gut festhalten kann.

Die eigentliche Paarung dauert zwar nur 15 Minuten, aber manchmal lässt sich das Männchen noch ein paar Tage lang vom Weibchen herumtragen.

Schließlich legt das Weibchen mit Hilfe seines Legestachels nach und nach 200 bis 1000 Eier in den Blättern und Stängeln von Wasserpflanzen ab.

Die etwa sieben Millimeter großen Eier werden von den Pflanzen mit Sauerstoff versorgt.

Nach sechs bis zehn Wochen schlüpfen die Larven. Sie sind zunächst nur zehn Millimeter lang, wachsen aber rasch bis auf acht Zentimeter an.

Die Larven des Gelbrandkäfers sind ungeheuer gefräßig: Eine einzige Larve kann während ihrer Entwicklungszeit bis zu 900 Kaulquappen fressen.

Aber auch vor viel größeren Beutetieren wie Fischen machen sie nicht Halt.

Zum Atmen müssen die Larven genau wie die erwachsenen Käfer auftauchen.

Sie hängen sich mit dem Körperende, an dem sich die Atemöffnung befindet, an die Wasseroberfläche und holen Luft.

Fünf bis sechs Wochen nach dem Schlüpfen kriechen die Larven ans Ufer, bauen aus Speichel und Erde Höhlen und verpuppen sich dort.

Nach drei bis vier Wochen schlüpft der fertige Käfer.

Wie jagen Gelbrandkäfer?

Gelbrandkäfer lauern an Wasserpflanzen geklammert und gut versteckt auf Beute.

Dann packen sie die Opfer mit ihren Saugzangen, spritzen Verdauungsflüssigkeit in deren Körper und saugen den Nahrungsbrei auf.

Pflege

Was fressen Gelbrandkäfer?

Die Larven des Gelbrandkäfers fressen Eintagsfliegen, Wasserasseln, Kaulquappen und auch kleine Fische oder andere Käfer.

Die erwachsenen Käfer machen sich über Larven, Würmer, Kaulquappen, Molche, Frösche und Fische her, fressen aber auch Aas.

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