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Er ist unverwechselbar: Ein mächtiger Körper, ein kleiner Kopf mit langer Schnauze und eine hell-dunkle Zeichnung sind die Merkmale des Großen Ameisenbären.

Steckbrief

Wie sieht der Große Ameisenbär aus?

Der Große Ameisenbär gehört zur Familie der Ameisenbären und damit zu zwei Tiergruppen mit seltsamen Namen: zu den Nebengelenktiere und zur Ordnung der Zahnlosen.

Nebengelenktiere heißen diese Tiere, weil sie an den Brust- und Lendenwirbeln zusätzliche Gelenkhöcker besitzen, und Zahnlose werden sie genannt, weil sie keine Zähne besitzen.

Der Große Ameisenbär wird 100 bis 120 Zentimeter lang, sein Schwanz misst 70 bis 90 Zentimeter. Er wiegt 20 bis 50 Kilogramm.

Das auffälligste Merkmal ist die lange, dünne Schnauze: Sie misst bis zu 45 Zentimeter und besitzt nur eine winzige Mundöffnung, durch die die bis zu 60 cm lange, wurmförmige, klebrige Zunge passt.

Das dicke, bis zu 40 Zentimeter lange Fell ist graubraun, Po, Hinterbeine und der lang und buschige Schwanz sind dunkler braun. Vom kräftigen Hals und der Schulter verläuft ein breiter schwarzer, weiß gesäumter Streifen zum Rücken, der immer schmäler wird.

Auch die Vorderbeine sind auffällig: Sie sind fast weiß und tragen ein breites, schwarzes Querband.

Vorder- und Hinterfüße haben jeweils fünf Zehen mit Krallen. Die drei mittleren Krallen der Vorderfüße sind 10 Zentimeter lang; sie sind perfekte Werkzeuge zum Graben und zur Verteidigung.

Weil der kleine Kopf mit den kleinen Ohren und der dünnen Schnauze so zierlich und der dicht und lang behaarte Schwanz so mächtig aussehen, wirkt die Gestalt des Große Ameisenbären sehr ungewohnt. Weibchen und Männchen sehen gleich aus, die Weibchen sind manchmal etwas größer als die Männchen.

Wo leben Große Ameisenbären?

Große Ameisenbären sind in Mittel- und Südamerika zuhause. Dort kommen sie vom südlichen Mexiko bis nach Paraguay und ins nordwestliche Argentinien vor.

Große Ameisenbären leben vor allem in Savannen und Galeriewäldern – das sind die schmalen Waldstreifen, die sich am Ufer von Flüssen und Bächen entlang ziehen.

Manchmal sind sie aber auch in Sumpfgebieten und in landwirtschaftlichen Gebieten zu finden. Die Tiere halten sich nur auf dem Boden auf.

Welche Ameisenbär-Arten gibt es?

Neben dem Großen Ameisenbär gibt es noch den Nördlichen und den Südlichen Tamandua sowie den gerade mal 20 Zentimeter großen Zwergameisenbär. Der Nördliche Tamandu lebt von Südmexiko bis Nord-Peru, der Südliche Tamandua im Südamerika bis Nord-Argentinien. Der Zwergameisenbär kommt von Südmexiko bis Südbrasilien vor.

Wie alt werden Ameisenbären?

In Gefangenschaft können Ameisenbären bis zu 25 Jahre alt werden, in der Natur leben sie meistens nicht so lange.

Verhalten

Wie lebt der Große Ameisenbär?

Der Große Ameisenbär ist ein Einzelgänger, die jeweils ein Revier bewohnen. Es hat zwar keine festen Grenzen, wird aber gegenüber Artgenossen durchaus verteidigt.

Ameisenbären sind tagaktiv, und wandern auf Nahrungssuche große Strecken durch ihr Revier.

Die Nacht verbringen sie versteckt im Gebüsch oder in hohlen Baustämmen. Nur wenn ihr Revier in Regionen liegt, die von Menschen besiedelt sind, verlagern sie ihre Streifzüge aber in die Nacht, weil sie sich dann sicherer und ungestörter fühlen.

Ameisenbären können nicht besonders gut sehen, aber gut hören. Am besten ist der Geruchssinn entwickelt.

Mit ihrer Nase spüren sie Termitennester auf und brechen sie mit ihren mächtigen Krallen auf. Dann holen sie mit ihrer langen Zunge die Beute aus den Nester.

Sie zerstören die Nester aber nie ganz, sodass sich die Termiten- oder Ameisenkolonie wieder erholen kann.

Weil die Krallen an ihren Vorderbeinen so stark verlängert sind, müssen sie auf den Knöcheln gehen.

Aus diesem Grund wirkt ihr Gang meist sehr gemächlich, und sie sind auch nicht besonders schnell unterwegs.

Im schnellen Galopp können sie nur kurze Strecken bewältigen.

Freunde und Feinde des Großen Ameisenbärern

Nur große Raubkatzen wie Jaguar und Puma können den Ameisenbären gefährlich werden.

Sie sind aber recht kräftig und bei Gefahr richten sie sich auf die Hinterbeine auf und setzen sich mit ihren gefährlichen, messerscharfen Krallen zur Wehr.

Der größte Feind der Tiere ist der Mensch: Große Ameisenbären werden wegen ihres Fells und ihres Fleischs gejagt. Ameisenbären, die in der Nähe von vom Menschen besiedelten Gebieten leben und ihre Aktivitätszeit in die Nacht verlegt haben, werden relativ häufig von Autos angefahren.

Wie pflanzen sich Ameisenbärern fort?

Nur wenn Paarungszeit ist, tun sich Männchen und Weibchen der Ameisenbären für kurze Zeit zusammen. Nach der Balz und Paarung trennen sich ihre Wege wieder. Etwa 190 bis 195 Tage nach der Paarung bringt das Weibchen ein Junges zur Welt. Es wiegt etwa 1500 Gramm und ist bereits voll entwickelt.

Das Junge hat ein dichtes Fell und sieht aus wie eine Miniaturausgabe seiner Eltern. Zusätzlich haben die Kleinen jedoch einen weißen Rückenstreifen.

Vier bis sechs Monate wird ein Junges von der Mutter ausschließlich auf dem Rücken umher getragen, nur zum Säugen krabbelt es herunter. Erst mit etwa zwei Jahren werden die Kleinen selbstständig und verlassen die Mutter. Geschlechtsreif werden Ameisenbären mit drei bis vier Jahren.

Wie kommunizieren Ameisenbären?

Erwachsene Ameisenbären lassen keine Laute hören, nur die Jungen geben manchmal ein helles Trillern von sich.

Pflege

Was fressen Ameisenbären?

Ameisenbären fressen hauptsächlich Termiten und Ameisen sowie deren Maden. Deshalb haben sie eine spezielle Zunge: Diese ist sehr dünn und lang und mit klebrigem Speichel überzogen.

Diese Zunge führen sie in die Gänge der Termitenbauten ein, und die Insekten bleiben an ihr wie an einer Leimrute hängen.

Weil die Ameisenbären keine Zähne haben, wird die Nahrung mithilfe von kräftigen Muskeln im Magen zerkleinert und dann verdaut.

Außerdem nehmen sie mit den Ameisen und Termiten Sand auf, der ebenfalls hilft, die Nahrung im Magen zu zerkleinern. Pro Tag braucht ein erwachsener Ameisenbär 30.000 bis 35.000 Termiten oder Ameisen.

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