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Termiten sind ganz schön klein, aber sie leben in riesigen Staaten zusammen - manchmal sind das einige Millionen Tiere. Dadurch können sie manchmal meterhohe Bauten erschaffen.

Steckbrief

Wie sehen Terminten aus?

Termiten gehören zu den Insekten und sind mit den Schaben und Fangheuschrecken verwandt. Ihr Körper besteht aus Kopf, Brust und Hinterleib, und sie besitzen drei Beinpaare.

Auf den ersten Blick sehen sie fast aus wie Ameisen.

Betrachtet man Termiten genauer, lässt sich erkennen, in welchen Merkmalen sie sich von den Ameisen unterscheiden: Ihr Hinterleib besitzt keine Einschnürung.

Bei Ameisen ist der Hinterleib dagegen eingeschnürt, sodass zwischen Brust und Hinterleib ein Knötchen sitzt.

Außerdem sind Ameisen dunkel gefärbt, Termiten dagegen sind weiß, hell gelblich oder hellbraun.

Die fortpflanzungsfähigen Termiten, die sogenannten Geschlechtstiere, sind je nach Art fünf bis 15 Millimeter lang, die Arbeiter zwei bis zwölf Millimeter und die Soldaten drei bis 20 Millimeter.

Am Kopf sitzen die beißenden Mundwerkzeuge sowie zwei Fühler, die wie eine Schnur mit aufgereihten Perlen aussehen.

Geschlechtstiere besitzen Flügel, die sie jedoch nach dem Hochzeitsflug abwerfen, Arbeiter und Soldaten sind flügellos.

Außerdem haben nur die Geschlechtstiere Augen, die übrigen Termiten sind blind.

Termiten besitzen wie alle Insekten einen Chitinpanzer. Während dieser Schutzschild bei den meisten Insekten hart ist, ist er bei Termiten eher weich.

Dies ist eine Anpassung an ihr Leben in den großen Termitenbauten: Die Tiere brauchen dort keinen so harten Panzer, weil sie in dem Bau geschützt sind.

Wo leben Termiten?

Termiten sind in den Tropen und Subtropen Amerikas, Afrikas und Asiens zuhause. Manche Arten gibt es jedoch auch bis in die gemäßigten Klimazonen Europas und Nordamerikas.

Termiten sind vor allem in den Regenwäldern, aber auch in Savannen zu finden. Ihre typischen Erdhügel, die mehrere Meter hoch werden können, sind dort häufig zu sehen.

Je nach Art unterscheiden sich die Bauten der Termiten: Manche Arten legen oberirdische Termitenhügel aus mit Speichel vermischter Erde an, manche unterirdische Erdnester oder Nester in Baumstämmen, und einige bauen sogenannte Kartonnester auf Bäumen. Am auffälligsten und bekanntesten sind kuppel-, pyramiden- oder säulenförmige Termitenhügel.

Die größten sind in Afrika zu finden: Sie werden bis zu sieben Meter hoch und haben einen Durchmesser von bis zu 28 Metern.

Termitenhügel sind steinhart und von Gängen und Zellen durchsetzt. In manchen Zellen werden die Larven herangezogen, andere dienen als Futterspeicher. Termitenbauten haben ein raffiniertes Lüftungssystem: Dank vieler Lüftungsschächte sind Temperatur und Luftfeuchtigkeit immer gleich und es gibt genug frische Luft.

Manchmal sind mehrere Termitenhügel durch unterirdische Gänge miteinander verbunden - ein Termitenstaat kann also aus vielen Termitenhügeln bestehen.

Welche Termitenarten gibt es?

Man kennt etwa 2000 verschiedene Termiten-Arten, die in sieben Familien und 200 Gattungen eingeteilt werden.

Sie unterscheiden sich in Größe und Farbe ihres Körpers, sowie in der Form ihrer Baue.

Allen gemeinsam ist, dass sie in riesigen Insektenstaaten leben.

Verhalten

Wie leben Termiten?

Termiten leben niemals allein, sondern sind sehr gesellige Lebewesen, die riesige Staaten mit bis zu mehreren Millionen Tieren bilden. Diese Staaten haben eine ausgeklügelte soziale Struktur: Neben einem oder mehreren fortpflanzungsfähigen Paaren bestehen sie aus verschiedenen "Kasten", nämlich den Arbeitern und Soldaten.

Die Arbeiter sind geschlechtlich unterentwickelte Weibchen und Männchen. Die Arbeiter sind auf unterschiedliche Aufgaben spezialisiert: Es gibt Brutpfleger, Nestbauer und Tiere, die nur dazu da sind, Nahrung herbeischaffen.

Die Soldaten haben die Aufgabe, den Termitenbau zu bewachen. Sie besitzen einen besonders großen quadratischen Kopf und sehr kräftige Kiefer, mit denen sie Angreifer wie etwa Ameisen abwehren können. Diese Kiefer sind so stark, dass sie sogar einen Menschen heftig in den Finger kneifen können.

Bei manchen Arten tragen die Soldaten Fortsätze mit Drüsen auf dem Kopf, aus denen sie eine klebrige Flüssigkeit auf Angreifer spritzen, sodass sich diese nicht mehr bewegen können.

Weil sich Termiten von totem Holz ernähren und mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen alles klein raspeln können, können sie Bauwerke aus Holz wie Häuser oder Brücken zerstören.

Es sind aber nur wenige Arten, die solche Schäden anrichten.

Freunde und Feinde der Termiten

Weil Termiten sehr viel Eiweiß und Fett enthalten, sind sie für viele Tiere von Ameisen bis zu den hyänenähnlichen Erdwölfen ein begehrter Leckerbissen. Auch Schimpansen lieben Termiten und angeln sie mit langen Stöckchen aus ihrem Bau heraus.

Einer der größten Feinde südamerikanischer Termiten ist der Ameisenbär: Mit seinen mächtigen Klauen reißt er die steinharten Termitenbauten auf.

Dank seiner dünnen, röhrenförmigen Schnauze und der langen, klebrigen Zunge kann er die Termiten mühelos aus den Gängen holen.

In Afrika und Südamerika werden Termiten sogar von einigen eingeborenen Völkern gegessen.

Wie pflanzen sich Termiten fort?

Anders als bei den Ameisen, bei denen die Königin sich nur einmal paart, müssen sich die weiblichen Geschlechtstiere der Termiten immer wieder paaren, um Eier legen zu können. Deshalb besitzt ein Termitenstaat eine Königin und einen König, während im Ameisenstaat nur eine Ameisenkönigin lebt.

Die Königin legt walzenförmige Eier, aus denen die Larven schlüpfen. Diese müssen sich mehrfach häuten, bis sie zu richtigen Termiten herangewachsen sind.

Am Anfang erledigt die Königin die nötigen Arbeiten im Bau, später übernehmen die vielen Tausenden von Nachkommen diese Aufgaben.

Männliche und weibliche Geschlechtstiere finden sich auch beim Hochzeitsflug zusammen. Dann baut das Paar eine Hochzeitskammer, paart sich und gründet einen neuen Staat.

Wie kommunizieren Termiten?

Termiten besitzen ein ausgeklügeltes Informationssystem: Sie verständigen sich mit Duftsignalen. So hinterlassen sie beispielsweise Duftspuren, die andere Termiten zum Futter führen. Andere Duftstoffe auf ihrem Körper zeigen ihren Artgenossen Gefahr an.

Außerdem erkennen sich die Mitglieder eines Staats an ihrem ganz speziellen Duft. Termiten aus anderen Staaten, die anders riechen, werden heftig bekämpft.

Diese Duftstoffe nehmen Termiten mit ihren Fühler wahr. Die Tiere betasten sich deshalb gegenseitig mit den Fühlern, um zu erfahren, was ihnen ihre Artgenossen mitteilen wollen.

Pflege

Was fressen Termiten?

Termiten haben einen recht eintönigen Speiseplan: Sie ernähren sich fast nur von totem Holz, manchmal auch von kleinen Pflanzenteilchen. Sie machen sich auch über Holzprodukte wie etwa Papier und Bücher her.

Ihr Futter schleppen sie durch unterirdische Gänge in den Termitenbau.

Weil sie das Holz nicht verdauen können, ist ihr Enddarm zu einer speziellen Gärkammer umgebildet, in der Bakterien und andere Mikroorganismen leben, die das Holz verdauen, sodass die Termiten die daraus gewonnene Energie nutzen können.

Manche tropische Termiten-Arten fressen auch Humus, also Bestandteile des Bodens, und wieder andere legen in ihren Bauten Pilzzuchten an, in denen sie auf Pflanzenresten Pilze heranziehen, von denen sie sich ernähren.

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