Eine Kreuzotter (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Vipera berus

Kreuzotter

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Kreuzottern haben ihren Namen von dem deutlichen, dunklen Zickzack-Band auf ihrem Rücken.

Steckbrief

Wie sehen Kreuzottern aus?

Die Kreuzotter gehört zu den Vipern. Die Schlangen dieser Familie sind alle giftig, und ihre Körper sind im Verhältnis zur Länge ziemlich dick.

Die Kreuzotter ist noch eine der schlanksten von ihnen. Sie wird meist nur 60 Zentimeter lang, manchmal auch bis zu 80 Zentimeter.

Der Kopf ist länglich-dreieckig und deutlich vom Körper abgesetzt. Die Schnauze ist kurz und abgerundet.

Ein typisches Merkmal der Vipern, an dem sie sich auf den ersten Blick erkennen lassen, sind ihre Augen: Die Pupillen bilden tagsüber einen senkrechten Schlitz.

Bei den ebenfalls bei uns lebenden ungiftigen Ringelnattern sind die Pupillen dagegen rund.

Kreuzottern können ganz unterschiedlich gefärbt sein.

Die Männchen sind meist grau bis graubraun, die Weibchen gelblich- bis dunkelbraun.

Typisch ist das dunkle oder fast schwarze Zickzack-Band auf dem Rücken. An den Körperseiten tragen sie dunkle Flecken.

Einzelne Tiere sind sogar ganz schwarz oder rötlich gefärbt. Bei solchen Kreuzottern ist das Zickzack-Band kaum zu erkennen.

Der Bauch ist meist grau, graubraun oder schwarz gefärbt und besitzt helle Flecken.

Kreuzottern haben zwei Giftzähne, mit denen sie aus ihren Giftdrüsen Gift in ihre Beutetiere spritzen können. Für den Menschen ist der Biss einer Kreuzotter jedoch so gut wie nie tödlich. Nur wenn Menschen sehr schwach oder krank sind, kann das Gift einer Kreuzotter lebensbedrohlich sein.

Meist haben Menschen nach dem Biss einer Kreuzotter keine Beschwerden. Trotzdem sollte man in jedem Fall einen Arzt aufsuchen.

Kreuzottern können gut kriechen und sind gute Schwimmer.

Sehen können sie nur schlecht, aber dafür nehmen sie die leiseste Erschütterung des Bodens wahr.

Oft kann man auch beobachten, dass Kreuzottern züngeln. Das hat folgenden Grund: Auf der Zungenspitze sitzen - wie bei allen Schlangen - Sinneszellen, mit denen die Tiere hervorragend riechen können.

Wo leben Kreuzottern?

Die Kreuzotter ist eine der am weitesten verbreiteten Schlangen in Europa: Sie lebt von Frankreich und Großbritannien über Sibirien und die Mongolei bis zur Pazifikküste Asiens. Im Norden kommt sie sogar noch über dem Polarkreis in Lappland vor, und im Süden lebt sie bis einschließlich Nord-Griechenland und Bulgarien.

Kreuzottern fühlen sich in vielen verschiedenen Lebensräumen wohl: Sie leben in Mooren, auf feuchten Wiesen mit vielen Büschen, auf Heideflächen, an Waldrändern und auf Waldlichtungen.

Wichtig ist, dass diese Plätze wenigstens ein paar Stunden am Tag von der Sonne beschienen werden.

Kreuzottern mögen es, wenn ihr Lebensraum über viele Jahre hinweg gleich bleibt und sich nichts verändert. Deshalb leben sie auch so gut wie nie in Gärten, auf Feldern oder in Parks.

Welche Kreuzotterarten gibt es?

In Mitteleuropa gibt es drei Verwandte der Kreuzotter, die ebenfalls zur Familie der Vipern gehören: Die Wiesenotter, die Aspisviper und die Sandotter. Von der Kreuzotter selbst gibt es drei Unterarten: Die Eurasische Kreuzotter, die bei uns vorkommt, die Balkan-Kreuzotter und die Sachalin-Kreuzotter.

Wie alt werden Kreuzottern?

Kreuzottern können bis zu 15 Jahre alt werden.

Verhalten

Wie leben Kreuzottern?

Kreuzottern halten sich am liebsten immer am selben Ort auf. Sie haben auch Überwinterungsplätze, die sie immer wieder aufsuchen und wo sie gemeinsam mit anderen Kreuzottern von Oktober bis März den Winter über ruhen. Solche Überwinterungsplätze sind meist verlassene Höhlen von kleinen Säugetieren wie zum Beispiel Wieseln.

Wenn die Frühlingssonne wieder scheint, kommen als erstes die Männchen aus ihren Höhlen hervor. Ein bis drei Wochen später folgen die Weibchen.

Weil sie wie alle Schlangen zu den Kriechtieren gehören und wechselwarm sind, legen sie sich in den ersten Wochen nach dem Winter jeden Tag viele Stunden lang in die Sonne, um ihren Körper aufzuwärmen. In diesen Wochen nach der Winterruhe fressen sie nichts.

Zwischen Ende April und Ende Mai ist bei den Kreuzottern Paarungszeit. Dazu wählen die Tiere am liebsten warme, sonnige Tage aus.

Etwa drei bis vier Wochen später wandern sie in ihre Sommergebiete, in denen sie bis zum nächsten Winter auf Jagd gehen.

Wenn es im Herbst wieder kälter wird, wandern sie zu ihren Überwinterungsplätzen zurück.

Kreuzottern sind am Tag und in der Dämmerung aktiv, im Sommer auch in der Nacht. Meist kommen sie bei Sonnenaufgang aus ihren Verstecken und verschwinden am späten Morgen wieder.

Oft suchen sie in Steinhaufen oder Mauselöchern Schutz.

Am Nachmittag kriechen sie dann zu ihren Sonnenplätzen und nehmen ein ausgiebiges Sonnenbad.

Am wohlsten fühlen sie sich, wenn es in der Sonne 30 bis 33° Celsius hat. Dann sind die Schlangen beweglich und können blitzschnell reagieren.

Kreuzottern sind nicht wirklich gefährlich. Sie sind sehr scheue Tiere.

Weil sie Erschütterungen sehr gut wahrnehmen können, sind sie längst geflohen, wenn Menschen in die Nähe kommen.

Nur wenn sie sich bedroht fühlen, greifen sie an und beißen.

Freunde und Feinde der Kreuzotter

Vor allem Iltisse und Igel machen Jagd auf Kreuzottern. Manchmal jagen aber auch Füchse, Dachse oder Marder diese Schlangen. Gefährlicher werden ihnen jedoch Adler und Störche. Junge Kreuzottern werden sogar von Dohlen oder Elstern gefressen. Und natürlich ist der Mensch ein Feind der Kreuzotter. In früherer Zeit hatten Menschen große Angst vor Schlangen und haben sie erbarmungslos getötet.

Wie vermehren sich Kreuzottern?

Kreuzottern werden mit drei bis vier Jahren geschlechtsreif. Nachdem sich die Männchen im Frühjahr zum ersten Mal gehäutet haben, beginnt die Paarungszeit. Die Männchen kriechen umher und suchen ein zur Paarung bereites Weibchen.

Treffen sie dabei auf ein anderes Männchen, führen sie miteinander Scheinkämpfe aus:

Beide richten ihre in S-Form gebogenen Vorderkörper auf. Sie wiegen sich seitlich hin und her, umschlingen sich und pressen ihre Körper so fest aneinander, bis sie schließlich umfallen.

Das wiederholen sie mehrere Male, bis das schwächere Männchen schließlich flieht. Meist werden diese Kämpfe in der Nähe eines Weibchens ausgetragen.

Anschließend paart sich der Sieger mit dem Weibchen. Dazu betastet er mit der Zunge die Seiten und den Rücken des Weibchens, zieht sich wieder zurück und verfolgt das Weibchen wieder. Schließlich kriecht er ganz eng an das Weibchen heran, berührt sie etwa 100 mal pro Minute mit der Zunge und legt dann seinen Kopf auf ihren Kopf. Mit der Schwanzspitze umfasst er den Körper des Weibchens. Dann findet die Begattung statt, indem beide ihre Körperöffnung - die so genannte Kloake - aneinander pressen. Die Paarung kann bis zu zweieinhalb Stunden dauern.

Im Lauf des Sommers - meist gegen Ende August - kommen fünf bis 18 Junge zur Welt. Kreuzottern werden lebend geboren, das heißt, die Eier entwickeln sich im Bauch der Mutter. Die kleinen Ottern kommen in einer weichen Eihülle zur Welt. Ein paar Minuten nach der Geburt zerreißen sie sie und kriechen davon. Sie sind gleich sehr selbstständig und beginnen bereits kurze Zeit nach der Geburt zu jagen.

Wie jagen Kreuzottern?

Kreuzottern sind geschickte Jäger. Tagsüber lauern sie ihrer Beute auf, nachts kriechen sie auf der Suche nach Nahrung langsam durch ihr Revier.

Lautlos nähern sie sich bis auf wenige Zentimeter ihren Beutetieren, richten das vordere Drittel des Körpers auf und beißen blitzschnell zu.

Dabei richten sich die normalerweise eingeklappten Giftzähne auf und dringen in das Beutetier ein. Das Gift tötet die Beute und beginnt außerdem, sie zu verdauen.

Meist versuchen die gebissenen Beutetiere noch zu fliehen, aber sie kommen nicht besonders weit: Das Gift lähmt sie und sie sterben innerhalb weniger Minuten. Die Kreuzotter spürt mit ihrer Zunge die Duftspur ihrer Beute auf. Wenn sie sie gefunden hat, verschlingt sie sie mit dem Kopf voran.

Pflege

Was fressen Kreuzottern?

Lieblingsspeise der Kreuzottern sind Wühlmäuse und andere Mäuse.

Ab und zu erbeuten sie auch Maulwürfe, Hamster oder junge Wiesel und Siebenschläfer.

Sie fressen aber auch junge Vögel, Eidechsen und Blindschleichen.

Wenn sie in einem feuchten Lebensraum wohnen, jagen sie auch Frösche oder Salamander.

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