Ein junger und ein ausgewachsener Präriehund halten Ausschau (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

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Präriehund

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Mit Hunden haben Präriehunde nichts zu tun - sie sind Nagetiere und keine Raubtiere. Aber weil sie bellen können, wurden sie von kanadischen Trappern "Präriehunde" genannt.

Steckbrief

Wie sieht ein Präriehund aus?

Auf den ersten Blick könnte man Präriehunde für Murmeltiere halten - sie sind aber nur halb so groß und viel schlanker als ihre Verwandten aus den Bergen.

Präriehunde sind Nagetiere und gehören zu den Hörnchen-Artigen, also zur selben Tiergruppe wie Ziesel, Eichhörnchen und Murmeltier.

Präriehunde sind 28 bis 35 Zentimeter lang, haben einen Schwanz, der drei bis zehn Zentimeter misst und wiegen 700 bis 1400 Gramm. Ihr Fell ist gelblich-grau bis braun und dunkel gesprenkelt. Bauch und Kehle sind etwas heller.

Wo leben Präriehunde?

Präriehunde leben in Nordamerika: von Kanada über die USA bis Mexiko.

Präriehunde leben - wie der Name schon sagt - in den Prärien.

So werden die weiten Gras- und Steppenlandschaften Nordamerikas genannt.

Zum Schutz vor Feinden und Kälte legen die Präriehunde unterirdische Baue und lange Gänge an.

Welche Präriehundearten gibt es?

Die Forscher unterscheiden fünf verschiedene Präriehund-Arten: Schwarzschwanz-Präriehund, Weißschwanz-Präriehund, Gunnison's-Präriehund, Mexiko-Präriehund und Utha-Präriehund. Die verschiedenen Arten der Präriehunde sind jedoch schwer voneinander zu unterscheiden. Nur zwei von ihnen haben ein unverwechselbares Merkmal: die Schwanzspitze der Schwarzschwanz-Präriehunde ist dunkel, die der Weißschwanz-Präriehunde ist weiß.

Wie alt wird ein Präriehund?

Präriehunde werden im Durchschnitt acht, manchmal auch zehn bis elf Jahre alt.

Verhalten

Wie leben Präriehunde?

Präriehunde sind berühmt dafür, dass sie richtige "Städte" anlegen: Sie leben mit vielen tausend Tieren in einem weit verzweigten System aus unterirdischen Bauen und Gängen, die bis fünf zu Meter tief in den Boden reichen. Deshalb kann der Boden in der Prärie durchlöchert sein wie ein Käse.

Die größte Präriehund-Kolonie soll 65.000 Quadratkilometer groß gewesen sein - das ist ein Fläche, die so groß ist wie der Freistaat Bayern.

Vermutlich haben dort früher Millionen von Präriehunden gelebt.

Für die Präriehunde sind diese Gänge und Höhlen unverzichtbar:

Sie sind in der weiten, offenen Landschaft die einzige Zuflucht vor Raubtieren und Greifvögeln und bieten den Tieren im Winter Schutz vor Schnee und Kälte.

Eine Präriehund-Kolonie besteht aus vielen kleinen Familiengruppen. In einer Präriehund-Familie leben meist ein Männchen, bis zu vier Weibchen und ihre Jungen zusammen.

Innerhalb der Familie gibt es eine streng geregelte Rang-Ordnung.

Wenn die einzelnen Familienmitglieder in ihren Bau zurückkehren, begrüßen sie sich mit einem so genannten "Erkennungskuss". Präriehunde spielen auch gerne miteinander, pflegen sich gegenseitig das Fell und helfen sich bei der Betreuung der Jungtiere.

Präriehunde sind gute Nachbarn. Die einzelnen Familiengruppen kommen gut miteinander aus, und passen gegenseitig auf sich auf: auf den bis zu 60 Zentimeter hohen Erdhügeln, die beim Ausgraben der Höhlen entstehen, stehen einige Präriehunde hoch aufgerichtet und halten aufmerksam Wache.

Entdecken sie einen Feind, stoßen sie einen bellenden Ruf aus. So warnen sie die ganze Kolonie, und die Tiere können rechtzeitig unter die Erde flüchten.

Die Erdhügel vor dem Bau sorgen außerdem dafür, dass die Gänge und Höhlen bei starkem Regen nicht überschwemmt werden.

Wenn der eisige Wind im Winter über die Ebenen der Prärie pfeift, ziehen sich die Präriehunde in ihre gut mit Gras und Laub ausgepolsterten Höhlen zurück und verschlafen dort die kalte Jahreszeit.

Freunde und Feinde des Präriehunds

Vor allem Greifvögel, Schlangen, Füchse, Kojoten sowie Prärie-Eulen und Schwarzfuß-Iltisse werden den Präriehunden gefährlich. Ihr größter Feind ist aber der Mensch: Weil die vielen Löcher im Prärieboden eine Gefahr für die weidenden Rinderherden waren und auch bei der Bearbeitung der Äcker störten, wurden sehr viele Präriehunde von Farmern mit Gift und Gas getötet.

Wie pflanzen sich Präriehunde fort?

Im Frühjahr bringen die Weibchen nach 30 Tagen Tragzeit meist drei bis fünf, manchmal aber auch acht Junge zur Welt. Sie wiegen nur 15 Gramm, sind noch nackt, blind und taub. Knapp zwei Monate lang werden sie von der Mutter gesäugt; nach fünf bis sechs Wochen unternehmen sie die ersten Ausflüge aus dem Bau. Die Jungen bleiben etwa zwei Jahre bei ihrer Familie, bis sie erwachsen sind. Dann werden die männlichen Tiere vom Vater vertrieben und suchen sich ein eigenes Revier. Die Weibchen bleiben noch etwas länger bei ihrer Familie, bevor sie mit einem Männchen eine neue Familie gründen.

Wie kommunizieren Präriehunde?

Neben dem Warnruf, der wie das Bellen eines Hundes klingt, verständigen sich die Präriehunde untereinander mit weiteren Rufen und Pfiffen.

So gibt es zum Beispiel einen Territorialruf, mit dem die Tiere zeigen, dass ein bestimmter Platz zu ihrem Wohnbezirk gehört.

Pflege

Was frisst ein Präriehund?

Präriehunde fressen vor allem Gräser und Kräuter, manchmal aber auch Insekten.

Um über den Winter zu kommen, fressen sie sich im Sommer ein Fettpolster an, von dem sie in der kalten Jahreszeit zehren können.

Haltung von Präriehunden

Als Heimtiere werden Präriehunde kaum gehalten, weil sie dafür nicht geeignet sind: entweder braucht man ein ganzes Zimmer oder einen sehr großen Käfig, am besten aber ein großes Gehege im Freiland.

Werden Präriehunde im Haus gehalten, muss der Raum, in dem sie leben, "nagesicher" eingerichtet sein.

Da sie sehr neugierig sind und an allem knabbern, was sie finden. Und weil Präriehunde richtige "Familientiere" sind, ist es auch besser, immer mehrere Tiere zu halten - aber die brauchen jede Menge Platz.

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