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Fast durchsichtig treiben sie durchs Meer und bestehen fast ausschließlich aus Wasser: Quallen gehören zu den merkwürdigsten Tieren der Erde.

Steckbrief

Wie sehen Quallen aus?

Quallen zählen zum Stamm der Nesseltiere und zur Unterabteilung der Hohltiere. Ihr Körper besteht nur aus zwei Zellschichten: Einer äußeren, die den Körper bedeckt, und einer inneren, die den Körper auskleidet.

Zwischen den beiden Schichten befindet sich eine gallertartige Masse. Diese stützt den Körper und dient als Speicher für Sauerstoff.

Der Quallen-Körper besteht zu 98 bis 99 Prozent aus Wasser.

Die kleinsten Arten messen einen Millimeter im Durchmesser, die größten mehrere Meter.

Von der Seite sehen Quallen meist schirmförmig aus. Unten aus dem Schirm ragt der Magenstiel, an dessen Unterseite sich die Mundöffnung befindet.

Typisch sind die Tentakel: Sie sind je nach Art wenige Zentimeter bis zu 20 Meter lang. Sie dienen den Quallen zur Verteidigung und zum Fangen der Beute.

Die Tentakel sind mit bis zu 700.000 Nesselzellen ausgestattet, aus denen die Tiere ein lähmendes Gift abgeben können.

Quallen haben kein Gehirn, sondern nur Sinneszellen, die in der äußeren Zellschicht sitzen. Mit ihrer Hilfe können die Quallen Reize wahrnehmen und ihre Aktionen und Reaktionen steuern.

Nur manche Quallenarten, etwa die Würfelqualle, haben Augen.

Quallen besitzen ein sehr gutes Regenerationsvermögen: Verlieren sie zum Beispiel ein Tentakel, wächst es wieder komplett nach.

Wo leben Quallen?

Quallen sind in allen Ozeanen der Welt zu finden. Je kälter ein Meer ist, umso weniger verschiedene Quallen-Arten gibt es dort.

Die giftigsten Quallen leben hauptsächlich in tropischen Meeren.

Quallen leben nur im Wasser und fast ausschließlich im Meer. Einige Arten aus Asien sind jedoch im Süßwasser zuhause.

Viele Quallenarten leben in den obersten Wasserschichten, die Tiefseequalle kommt dagegen bis in 6000 Metern Tiefe vor.

Welche Quallenarten gibt es?

Bis heute kennt man etwa 2500 verschiedene Quallenarten. Die nächsten Verwandten der Quallen sind zum Beispiel die Seeanemonen.

Wie alt werden Quallen?

Wenn Quallen für Nachwuchs gesorgt haben, ist ihr Lebenszyklus meist abgeschlossen. Die Tentakel bilden sich zurück und es bleibt nur eine Gallertscheibe übrig, der von anderen Meerestieren gefressen wird.

Verhalten

Wie leben Quallen?

Quallen gehören zu den ältesten Lebewesen auf der Erde: Sie besiedeln seit 500 bis 650 Millionen Jahre die Meere und haben sich seitdem kaum verändert. Sie sind also - trotz ihres einfachen Körperbaus - wahre Überlebenskünstler.

Quallen bewegen sich, indem sie ihren Schirm zusammenziehen und wieder loslassen. Dadurch können sie sich, ähnlich wie Tintenfische, mit einer Art Rückstoßprinzip schräg nach oben fortbewegen. Anschließend sinken sie wieder ein Stück nach unten.

Quallen sind sehr stark den Meeresströmungen ausgesetzt und lassen sich oft von diesen treiben. Die schnellsten Quallen sind die Kreuzquallen - sie bewegen sich mit bis zu 10 Kilometer pro Stunde zurück.

Quallen jagen mit ihren Tentakeln. Verfangen sich Beutetiere in den Tentakeln, "explodieren" die Nesselzellen und schleudern winzige Nadeln in ihr Opfer. Durch diese winzigen Giftharpunen gelangt das lähmende Nesselgift in die Beute.

Der ganze Vorgang passiert blitzschnell, er dauert nur eine hunderttausendstel Sekunde.

Kommen wir Menschen mit einer Qualle in Berührung, brennt dieses Nesselgift ähnlich wie Brennnesseln und die Haut färbt sich rot. Bei den meisten Quallen wie zum Beispiel den Feuerquallen ist das für uns zwar schmerzhaft, aber nicht wirklich gefährlich.

Manche Quallen sind jedoch eine Gefahr: Zum Beispiel die Pazifische oder die Japanische Kompassqualle.

Am giftigsten ist die australische Seewespe, ihr Gift kann sogar Menschen töten. Sie besitzt 60 Tentakeln, die zwei bis drei Meter lang sind. Ebenfalls sehr schmerzhaft und manchmal tödlich wirkt das Gift der sogenannten Portugiesischen Galeere.

Kommt man mit einer Qualle in Kontakt, sollte man die Haut niemals mit Süßwasser reinigen, sonst platzen die Nesselkapseln erst richtig auf. Besser ist es, die Haut mit Essig zu behandeln oder mit feuchtem Sand zu reinigen.

Freunde und Feinde von Quallen

Zu den natürlichen Feinden der Quallen zählen verschiedene Meeresbewohnter wie Fische und Krebse, aber auch Karettschildkröten und Delfine.

Wie vermehren sich Quallen?

Quallen pflanzen sich auf unterschiedliche Arten fort. Sie können sich ungeschlechtlich vermehren, indem sie Teile ihres Körpers abgeben. Aus den Teilstücken wachsen dann ganze Quallen heran.

Sie können sich aber auch geschlechtlich fortpflanzen: Dann geben sie Eizellen und Spermazellen ins Wasser ab, die dort miteinander verschmelzen.

Daraus entsteht die Planulalarve. Sie setzt sich am Boden fest und wächst zu einem sogenannten Polyp heran. Der sieht aus wie ein Bäumchen und besteht aus einem Stiel und Tentakeln.

Der Polyp vermehrt sich ungeschlechtlich, indem er von seinem Körper Miniquallen abschnürt, die zu Quallen heranwachsen.

Den Wechsel von der geschlechtlichen und ungeschlechtlichen Vermehrung bezeichnet man als Generationswechsel.

Pflege

Was fressen Quallen?

Einige Quallen sind Fleischfresser, andere wie die Kreuzquallen sind Pflanzenfresser. Sie ernähren sich meist von Kleinstlebewesen wie Algen oder von tierischem Plankton.

Manche erbeuten aber sogar Fische. Die Beute wird von dem Nesselgift der Quallen gelähmt und dann in die Mundöffnung transportiert.

Von dort gelangt sie in den Magen. Dieser ist bei manchen Quallen in der Gallertmasse zu sehen. Er hat die Form von vier hufeisenförmigen Halbkreisen.

Haltung von Quallen

Quallen sind sehr schwer in Aquarien zu halten, da sie immer eine Wasserströmung brauchen. Auch Wassertemperatur und Nahrung müssen genau stimmen, damit sie überleben können.

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